Stadtgespräch | Hamburger Gefahrengebiet

Funktionierender Rechtsstaat - oder seine Abschaffung?

07.01.2014

Schanzenviertel, Landungsbrücken, Reeperbahn und Altona: seit Samstag gilt ein Großteil der Hamburger Innenstadt als sog. Gefahrengebiet. Die Polizei darf dort "relevante Personengruppen" gezielt kontrollieren. Wie sehen diese Kontrollen aus und was halten die Anwohner davon?

Der Kampf um die Rote Flora war Auslöser für die Demonstrationen. Foto: Lukas Koster/

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Die Landungsbrücken, das hippe Schanzenviertel oder die „sündigste Meile der Welt„: All das ist Hamburg. Doch seit mehreren Wochen prägen auch weniger schöne Geschehnisse die Hansestadt: Demonstranten bekämpfen sich mit der Polizei, die fühlt sich systematisch verfolgt – und erklärt kurzerhand einen Großteil der Innenstadt zum „Gefahrengebiet“.

Wird das Viertel so sicherer?

Das hat Folgen für die Bewohner und Besucher dort. Denn die Polizisten dürfen nun Menschen, die sich im Gefahrengebiet aufhalten, verdachtsunabhängig kontrollieren. Dazu gehört sowohl die Identifizierung von Personen, aber auch die Untersuchung von Taschen oder der Kleidung.

Nachgeben möchte keine der Parteien, Schuld seien schließlich genau die anderen. Zwar hat sich mittlerweile auch eine „Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten“ zu Wort gemeldet, und widerspricht den offiziellen Darstellungen heftig. Dennoch: Entspannung ist nicht in Sicht. Für heute werden weitere Proteste im betroffenen Gebiet erwartet.

Wie es zur Zeit im „Gefahrengebiet“ zugeht und was die Polizei Hamburg dazu sagt, haben wir nachgefragt.