Steuerpläne der Grünen: Den Reichen nehmen, den Armen geben?

12.06.2013

Die Partei "Bündnis 90/die Grünen" steht für Umweltschutz und den Atomausstieg. Mit ihren Vorschlägen für eine Steuerreform stoßen sie auf Verwunderung. Auch bei den eigenen Wählern. Denn es geht um Erhöhungen.

ist finanzpolitischer Sprecher der Grünen.Gerhard Schickist finanzpolitischer Sprecher der Grünen. 

Robin Hood hat es vorgemacht: Von den Reichen nehmen und es den Armen geben. Die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ sieht sich offenbar in der Tradition des Rächers aus dem Sherwood Forrest.

Spitzensteuersatz um fünf Prozent erhöhen

Sie wollen eine sogenannte Reichensteuer einführen. Damit sollen 90 Prozent der Steuerzahler entlastet werden – sagt der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin. Konkret soll das so aussehen: Der bisherige Spitzensteuersatz liegt bei 42 Prozent. Nur wenige zahlen 45 Prozent – das sind die richtig Reichen. Die Großverdiener sollen nach den Plänen der Grünen jetzt 49 Prozent zahlen. Damit würden nur sieben Prozent der Steuerzahler belastet werden.

Mutig oder gefährlich?

Das wirklich Interessante an den Plänen der Grünen ist: Es betrifft den Großteil der eigenen Wähler. Und als die Grünen vor ein paar Wochen ihre Steuerpläne vorstellten, sackte der Umfragewert erst einmal ab. Die Grünen sind für Steuererhöhung? Und dass, während des Wahlkampfs?

Ob das mutig oder gefährlich ist, haben wir Gerhard Schick gefragt. Er ist der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen.

Unsere Wähler haben seit jeher eine soziale Politik unterstützt und eine Politik, die in die Zukunft gerichtet ist. – Gerhard Schick, Bündnis 90/Die Grünen