Stimmabgabe unter Lebensgefahr. Der Irak nach den Wahlen

09.03.2010

Nach den Wahlen in Irak stellt sich die Frage: wie stabil ist das Land in diesen Tagen? Die Wahlen wurden zwar von Anschlägen überschattet, doch Negativ-Schlagzeilen kommen eher aus Afghanistan.

Tinte am Finger: so wurden diejenigen markiert, die am Sonntag in Irak ihre Stimme abgaben. Foto: Berthold Stadler/ ddp

„Man muss davon ausgehen, dass jeder Wähler seine Stimme unter Lebensgefahr abgegeben hat.“

Die Anschläge in Irak hatten sich in der letzten Zeit gehäuft. Sunnitische Extremisten hatten angekündigt, im Bund mit Al Quaida die Wahlen militärisch zu verhindern. Trotz mehrerer Anschläge mit bislang 38 Toten gingen 60 Prozent der Iraker am vergangenen Sonntag wählen. Ist das ein Lebenszeichen der irakischen Demokratie? Wie wird sich das Land entwickeln, wenn die amerikanischen Soldaten 2011 das Land verlassen haben? Wir sprachen mit Sebastian Sons vom deutschen Orient-Institut in Berlin.

Sebastian Sons ist Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des deutschen Orient-Instituts.Sebastian SonsSebastian Sons ist Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des deutschen Orient-Instituts. 

„Der Irak hat sich zum Positiven hin entwickelt. Wir können aber nicht von einer Friedenssituation sprechen.“

„Der Abzug der Amerikaner wird in Irak trotz großer Herausforderungen begrüßt.“

„Es wird sicherlich Rückschläge geben. Auch in Form von weiteren Anschlägen.“