Streit um Erika Steinbach – was denken andere Vertriebenenverbände?

07.01.2010

In Berlin ist ein Zentrum geplant, dass sich mit den Vertreibungen im 20. Jahrhundert in Europa beschäftigen soll. Die Idee zum "Zentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung" kam von der Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach.

Im Fokus der Öffentlichkeit, Erika Steinbach - Präsidentin des Bundes der Vertriebenen. Foto: Martin Oeser/ ddp.

Er vertritt die vertriebenen Danziger Katholiken.Wolfgang Nitschke.Er vertritt die vertriebenen Danziger Katholiken. 

Bis vor kurzem strebte Erika Steinbach auch ein gewisses Mitspracherecht am neuen Zentrum an – sie wollte in den dazugehörigen Stiftungsrat. Ihre Personalie stieß vor allem in Polen auf Widerstand. Als CDU-Bundestagsabgeordnete hatte Steinbach in den 1990ern die Anerkennung der deutsch-polnischen Oder-Neiße-Grenze abgelehnt. Nun rudert Steinbach zurück: sie könne sich vorstellen auf den Posten zu verzichten, dafür soll aber ihr Bund der Vertriebenen mehr Einfluss bekommen. Von Erpressung sprach die Opposition. Auch die FDP ist skeptisch. Wir haben mit Wolfgang Nitschke gesprochen. Er ist Vorsitzender des Adalbertus Werkes, vertritt die katholischen Vertriebenen aus Danzig und Gegor Schenk hat ihn gefragt, ob das Einlenken Steinbachs ein Entgegenkommen ist oder ein Erpressungsversuch.