Streit um Nord Stream 2

Was bedeutet die Ostseepipeline für die Ukraine?

14.01.2019

Die Pipeline Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren. Doch sie ist politisch umstritten. Die USA und die Ukraine wollen das Projekt stoppen. Warum?

Wie das Gas von Russland nach Deutschland kommt

Die Gaspipeline Nord Stream leitet Gas durch die Ostsee von Russland nach Deutschland. Jetzt bauen deutsche Unternehmen und der russische Konzern Gazprom an einer zweiten Pipeline, die parallel zu der ersten verlaufen soll. Noch dieses Jahr soll Nord Stream 2 fertig sein.

Nord Stream: Folgen für die Ukraine?

In der Politik hat der Bau für viel Streit gesorgt. Nicht nur befürchten Kritiker, dass sich Deutschland und Europa mit der weiteren Pipeline von Russland abhängig machen. Auch die räumliche Ukraine spielt eine Rolle. Denn bisher wird Gas nach Deutschland auch durch die Ukraine geleitet. Das Land erhält dafür Transitgebühren und, wie zum Beispiel der polnische Außenminister Czaputowicz  behauptet, eine Sicherheit vor Russland. Die Argumentation dahinter ist, dass Russland sich weniger aggressiv verhalten wird, solange ihr exportiertes Gas durch die Ukraine fließt.

Für die Polen ist diese Pipeline eine Bedrohung der europäischen Energiesicherheit. – Jacopo Maria Pepe, DGAP 

Die Amerikaner reden auch mit

Das sieht auch der US-Botschafter Richard Grenell so. Er hat deutschen Unternehmen mit Sanktionen gedroht, sollten sie in die Pipeline investieren.

Es gibt natürlich auch eine politische Dimension: Die Russen wollen dadurch auch finanziell die Ukraine treffen. – Jacopo Maria Pepe

Über die Gaspipeline Nord Stream 2 und die Bedeutung für die Ukraine hat detektor.fm-Moderatorin Anja Bolle mit Jacopo Maria Pepe von der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik (DGAP) gesprochen.

Gaspipeline_PepeIch glaube nicht, dass die Bundesregierung, auch wenn sie es wollte, zu diesem Zeitpunkt da irgendetwas machen kann.Jacopo Maria PepePolitikwissenschaftler und zuständig für Energie- und Sicherheitspolitik bei der DGAP. 

Redaktion: Mona Kellermann