Syrien: Assad-Truppen vertreiben Rebellen – Chemiewaffen im Einsatz

05.06.2013

Frankreich weist den Einsatz von Chemiewaffen nach, die Hisbollah schließt sich dem Regime von Präsident Assad an und die Rebellen verlieren ihre Hochburg al-Kusair. Der syrische Bürgerkrieg wird immer unübersichtlicher.

Ein Soldat der syrischen Armee vor der Grenzstadt al-Kusair: Unterstützt wird Assads Armee auch vom Iran. Foto: © AFP

Sarin ist ein Nervengift. Im Zweiten Weltkrieg haben es drei deutsche Chemiker entwickelt. Bei einer leichten Vergiftung spürt man einen Druck auf der Brust und hat stark erweiterte Pupillen. Im schlimmsten Fall führt Sarin zum Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufkollaps. Das Gift verbreitet sich über Atemwege und die Haut.

Sarin-Funde in Syrien

Fast alle Staaten auf der Welt haben sich in Verträgen und Konventionen dazu verpflichtet, Sarin weder herzustellen, zu entwickeln, zu lagern, noch im Kiregsverfall einzusetzen.

Französische und britische Wissenschaftler wollen nun Beweise für den Einsatz von Sarin durch das syrische Regime um Staatspräsident al-Assad gefunden haben. Der Syrien-Konflikt bekommt damit einen neuen Dreh – denn die USA wollen beim Einsatz von chemischen Waffen in den Konflikt eingreifen.

Hisbollah für Assad

Ungeachtet dessen hat Assad einen strategisch wichtigen Sieg feiern können. Denn im Kampf um die Rebellenhochburg al-Kusair haben seine Truppen die Opposition vertrieben – mit Hilfe der umstrittenen libanesischen Organisation Hisbollah.

Was die beiden Meldungen für den Syrien-Konflikt bedeuten, das haben wir Sylke Tempel gefragt. Sie ist die Chefredakteurin der Zeitschrift «Internationale Politik».

Für die Hisbollah ist es unglaublich wichtig, dass Assad nicht gestürzt wird. – Sylke Tempel