Syrien und die Flüchtlinge: “Skandalös, dass die deutsche Regierung nicht mehr tut.”

26.08.2012

Seit Monaten beschäftigen sich die deutschen Medien mit dem Krieg in Syrien. Doch der Fokus fällt nur selten auf die Flüchtlinge und ihre Situation. Mittlerweile geht die UNO von hunderttausenden Flüchtlingen aus. Ein langes Interview mit Thomas Schwarz von der Hilfsorganisation Care.

Ein “Zwischenlager” bei Mafraq circa 80 km nördlich der jordanischen Hauptstadt Amman. Foto: Thomas Schwarz / Care.

Flüchtling sein, hat keinen Funfactor. – Thomas Schwarz, Care

Fast jeden Tag hören wir Meldungen aus Syrien. Es ist die Rede von Rebellen-Angriffen, von Vergeltungsschlägen der Assad-Regierung und von der Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft sich auf eine klare Linie zu einigen. Und dann sind da auch noch Iran und Saudi-Arabien, die offenbar gegensätzliche Ziele in Syrien verfolgen.

Leiter der internationalen Kommunikation der Hilfsorganisation >CareThomas Schwarz.Leiter der internationalen Kommunikation der Hilfsorganisation >Care<. 

Fast nie liest man jedoch Berichte über die tausenden Flüchtlinge aus Syrien. In manchen Flüchtlingslagern kommen mittlerweile innerhalb eines Tages mehr als 1500 Menschen an. Doch in Jordanien, dem Libanon oder der Türkei gibt es keine Infrastruktur für diese Flüchtlinge. Jedes Zelt muss erst aufgebaut, jede Krankenstation erst errichtet werden.

Hilfsorganisationen schlagen seit Wochen Alarm, dass den Menschen mit den aktuellen Mitteln nicht mehr geholfen werden kann, weil es einfach zu viele werden.

Thomas Schwarz leitet die internationale Kommunikation der Hilfsorganisation „Care“ und war bis vor kurzem in Flüchtlingslagern im Libanon und in Jordanien. Christian Bollert hat mit ihm über die Lage der Flüchtlinge aus Syrien gesprochen.

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Arbeit der Hilfsorganisationen vor Ort und die Möglichkeiten der Helfer. Dabei wird unter anderem erklärt, warum die Flüchtlinge neben medizinischer Hilfe vor allem Bargeld brauchen.

Warum schaffen es die Flüchtlinge nicht auf die Titelseiten der Zeitungen? – Thomas Schwarz, Care

Thomas Schwarz spricht im dritten Teil über die Verantwortung der deutschen Regierung. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel hat zwar gerade zehn Millionen zusätzliches Geld versprochen. Für Thomas Schwarz reicht das noch lange nicht. Er appelliert aber auch an die deutsche Bevölkerung, den syrischen Flüchtlingen zu helfen.

Im letzten Teil des Interviews mit Thomas Schwarz von der Hilfsorganisation Care spricht er über das Leben als Helfer und die Motivation immer wieder in Krisengebiete zu reisen.

Ich finde es skandalös, dass die Regierung meines Landes nicht mehr tut. – Thomas Schwarz, Care