Der Trump-Effekt

Mehr Deutsche engagieren sich in Parteien

09.02.2017

Immer mehr junge Menschen treten in Parteien ein. Seit der US-Wahl verzeichnen vor allem linke Parteien überdurchschnittliche Beitrittszahlen. Die Rede ist vom sogenannten "Trump-Effekt".

Trumps Wahlsieg ist für viele in Europa ein Schock gewesen. Rechtspopulisten hingegen haben das Ergebnis als Sieg gefeiert. In Deutschland scheint der Triumph des republikanischen Kandidaten noch andere Blüten zu treiben. So verzeichneten Parteien wie die SPD, die Linken und Grünen im Monat der US-Wahl einen Anstieg ihrer Parteibeitritte.

Das Maß ist voll

Für die Politik war 2016 ein sehr aufregendes Jahr: Die AfD gewann in drei Landtagswahlen mehr als zehn Prozent der Wähler für sich. In Großbritannien stimmten die Bürger für den Ausstieg aus der Europäischen Union. Donald Trump siegte bei den Präsidentschaftswahlen der USA. Speziell das letzte Ereigniss scheint Folgen zu haben. Der sogenannte Trump-Effekt wurde ausgelöst.

Motivation

Jüngste politische Entwicklungen machen klar. Nur Eigenengagement hilft, etwas zu ändern. Besonders der Zulauf von Rechtspopulisten macht vielen jungen Menschen Angst.

Trump-Effekt: Welche Parteien profitieren?

Ereignisse wie der Brexit oder die US-Wahl schlagen international Wellen. Theoretisch kann potentiell jede Partei so etwas nutzen, um neue Mitglieder zu mobilisieren. Doch seit November 2016 haben besonders die Parteien in Deutschland Zulauf, die dem linken Spektrum zuzuordnen sind. Laut eigenen Angaben hatte beispielsweise die SPD im November 1.900 Online-Eintritte. Ein Trend, der sich auch leicht im Dezember fortsetzte. Schon am Abend der US-Wahl selbst traten zehnmal mehr Menschen in die Partei ein als sonst. Den aktuellen monatlichen Durchschnitt verortete die Partei bei ca. 1.000 Beitritten. Hier war ein Trump-Effekt wirklich spürbar. Anders erging es der CDU. Mit 945 Eintritten im November blieb der Zuwachs auf dem Niveau der Vormonate.

Ob es den „Trump-Effekt“ wirklich gibt und wie er zu bewerten ist, erklärt Prof. Oskar Niedermayer von der Freien Universität Berlin unserem detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg.

niedermayerWenn man wegen so etwas in eine Partei geht, dann hat man natürlich hohe Erwartungen, dass man tatsächlich auch gegen diese Dinge etwas tun kann. Und wenn man dann in die Ortsvereine kommt und die diskutieren über Kommunalpolitik und nicht über Trump, dann können diese Erwartungen sehr schnell enttäuscht werden. Prof. Oskar Niedermayersieht die gestiegenen Parteieintritte nüchtern.  

Redaktion: Alexander Goll