Türkischer Frühling? Aufbegehren gegen die Regierung Erdogan

03.06.2013

Zerstörte Geschäfte, demolierte Übertragungswagen und überall Hülsen von Tränengaspatronen – in der Türkei und vor allem in Istanbul erheben sich zehntausende Menschen gegen Ministerpräsident Erdogan. Dieser antwortet mit Polizeigewalt.

Seit mehreren Tagen leisten sich Polizei und Demonstranten in den Städten der Türkei, wie hier in Istanbul, heftige Straßenschlachten. Foto: Adem Altan/AFP

Leiter des Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung in IstanbulHans-Georg FleckLeiter des Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung in Istanbul 

„Ist das Demokratie? Sie nennen mich einen Diktator! Wenn Sie jemanden Diktator nennen, der ein Diener des Volkes ist, habe ich nichts mehr zu sagen.“ Das hat Recep Tayyip Erdogan, Ministerpräsident der Türkei, in Ankara gesagt.

Sein Land ist in Aufruhr – und zwar so heftig wie vielleicht noch nie zuvor. Seit Tagen gehen Junge, Alte, Arbeiter und Intellektuelle auf die Straße, um gegen die Politik Erdogans zu protestieren, was die Polizei mit Gewalt zu unterdrücken versucht. Das kritisieren Länder wie Deutschland und die USA.

Erdogan – der Autoritäre

Doch wer ist dieser 59 Jahre alte Staatschef Recep Tayyip Erdogan eigentlich und was an seiner Politik macht so viele Türken so wütend?

Fragen, die uns Dr. Hans-Georg Fleck beantwortet hat. Er ist Leiter des „Büro Istanbul“ der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Irgendwie, wie das oft vorkommt bei Herrschenden, steigt auch Erdogan die Macht zu Kopfe. – Dr. Hans-Georg Fleck, Friedrich-Naumann-Stiftung