Übern Teich | Barack Obama beim Correspondents‘ Dinner

Darf sich ein US-Präsident in den Wahlkampf einmischen?

02.05.2016

Barack Obama ist der geborene Entertainer, das hat der US-Präsident am Wochenende einmal mehr bewiesen. Bei seinem letzten Correspondents' Dinner hagelt es Witze en masse – über ihn selbst, aber auch über Clinton, Sanders und vor allem über Donald Trump. Wie weit darf sich das amtierende Staatsoberhaupt in den USA eigentlich in den Wahlkampf einmischen?

Der mächtigste Mann der Welt kann sich so langsam ein klein wenig entspannen. Für einen Mangel an Humor war Barack Obama ja noch nie bekannt. Aber seitdem er nicht mehr wiedergewählt werden kann – und damit auch weniger zu verlieren hat – häufen sich die Videos und Auftritte, in denen es der US-Präsident ganz schön krachen lässt.

Am Wochenende war es mal wieder soweit: Beim traditionsreichen „Correspondents‘ Dinner“ sparte Barack Obama so gar nicht mit Witzen. Natürlich ist das Ganze auf YouTube durch die Decke gegangen. Das offizielle Video hat schon weit über eine Million Aufrufe.

Correspondents‘ Dinner als Comedy-Show

Interessant ist das auch deshalb, weil Obama sich durch seinen Auftritt beim Correspondents‘ Dinner recht aktiv in den Wahlkampf einmischt – und Donald Trump durch den Kakao zieht. Hierzulande irgendwie undenkbar: Man stelle sich nur mal vor, Angela Merkel würde öffentlich Witze über aktive Politiker machen.

Bei den Amerikanern ist das anders – auch, weil dort der Regierungschef das Staatsoberhaupt ist. Wie weit darf sich ein amtierender Präsident eigentlich in die Wahl um seinen Nachfolger einmischen? Das hat detektor.fm-Moderatorin Anna Corves den Politikwissenschaftler und Theologen Alexander Görlach gefragt.

. forscht als Gastwissenschaftler in Harvard zum Themenfeld "Politik & Religion". Er promovierte in katholischer Theologie, war stellv. Pressesprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ressortleiter beim Cicero, gründete 2009 "The European" und ist u.a. Mitglied in der Atlantik-Brücke.Auch der Bundespräsident hat schon ein paarmal Aussagen in Richtung der AfD gemacht. Auch die Bundeskanzlerin hat das gemacht.Alexander Görlachforscht als Gastwissenschaftler in Harvard zum Themenfeld "Politik & Religion". Er promovierte in katholischer Theologie, war stellv. Pressesprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ressortleiter beim Cicero, gründete 2009 "The European" und ist u.a. Mitglied in der Atlantik-Brücke. 

Die Rede in voller Länge bei youtube


„Über’n Teich“ – detektor.fm spricht über Amerika. Jeden Montag – auch im Podcast.

Welche Debatten bewegen die USA? Wer wirbelt den Wahlkampf auf? Und wo ticken „die Amis“ einfach anders als wir? Darüber sprechen wir jeden Montag – mit Alexander Görlach.