Übern Teich | Die Arbeitsgewohnheiten von Obama

Nachtschichten im Weißen Haus

04.07.2016

Barack Obama ist einer der mächtigsten Staatsmänner der Welt – und ein ziemlicher Nachtmensch. Letzteres berichtet zumindest die New York Times, die Obama mit seinen Arbeitsgewohnheiten portraitiert hat. Ein Gespräch mit Alexander Görlach über die alltägliche Arbeit eines US-Präsidenten und die Frage, wie seine Nachfolger mit ihren Pflichten umgehen werden.

Sieben Mandeln, leicht gesalzen. Die sind derzeit Thema in den Vereinigten Staaten. Der Grund dafür ist ein Artikel der New York Times, in dem Präsident Barack Obama mit seinen Arbeitsgewohnheiten portraitiert wird. Und Obama ist das, was der Volksmund eine Nachteule nennt: Bis tief in die Nacht sitzt er in seinem Büro und erledigt seine präsidialen Pflichten. Der Autor geht tief ins Detail: So erwähnt er beispielsweise, dass Obama seine Nachtschichten ohne Kaffee übersteht und auch auf größere Zwischenmahlzeiten verzichtet. Lediglich sieben Mandeln nimmt er während der Nacht zu sich.

Der Alltag von Barack Obama

Der Bericht erlaubt ungewohnte Einblicke in die Arbeit des Präsidenten. Sein Redenschreiber erzählt davon, wie Obamas Rede zum Friedensnobelpreis entstanden ist. Außerdem werden die Unmengen an Dokumenten thematisiert, die Barack Obama jeden Abend durcharbeiten muss. Auch sein Privatleben wird beleuchtet: Der Autor schreibt von Billiardspielen mit dem Präsidenten und von den Lieblingsserien von Barack und Michelle Obama.

Der Präsident ein ganz normaler Typ?

Dass so viele Details an die Öffentlichkeit kommen, lässt natürlich aufhorchen. Obama ist derzeit recht populär in den USA, dennoch könnte der Autor bemüht gewesen sein, den Präsidenten in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Er charakterisiert ihn als sorgfältig und akribisch und zur gleichen Zeit als bodenständig und volksnah. Die ausführliche Beschreibung der Pflichten eines Präsidenten ist außerdem interessant in Hinblick auf den Wahlkampf in den USA. Vielen Lesern des Artikels dürfte sich die Frage aufdrängen, wie Hillary Clinton oder Donald Trump mit ihren Aufgaben umgehen werden.

In Amerika ist die Arbeit und das, was man tut, ein wichtiges Thema. – Alexander Görlach, Politikwissenschaftler und Theologe

Können Clinton oder Trump Obamas Vorbild gerecht werden? Was genau sind die Aufgaben, um die sich ein Präsident tagtäglich kümmern muss, und soll der Artikel in der New York Times Obama in einem guten Licht erscheinen lassen? Darüber hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Alexander Görlach gesprochen. Er ist Politikwissenschaftler und bespricht mit uns immer montags die aktuellen Themen in den USA.

. forscht als Gastwissenschaftler in Harvard zum Themenfeld "Politik & Religion". Er promovierte in katholischer Theologie, war stellv. Pressesprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ressortleiter beim Cicero, gründete 2009 "The European" und ist u.a. Mitglied in der Atlantik-Brücke.Barack Obama war nie herausgefordert in Hinblick auf seine Authentizität.Alexander Görlachforscht als Gastwissenschaftler in Harvard zum Themenfeld "Politik & Religion". Er promovierte in katholischer Theologie, war stellv. Pressesprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ressortleiter beim Cicero, gründete 2009 "The European" und ist u.a. Mitglied in der Atlantik-Brücke. 

Redaktion: Simeon Schüz