Überwachungssoftware für die Diktatur – deutsche Firma wollte in Ägypten verdienen

08.03.2011

Der ägyptische Geheimdienst unterdrückte die Bürger - und eine deutsche Firma wollte die Software hierzu liefern. Ein Gespräch über die Bedrohung eines neuen Zeitalters: Trojaner.

Sollte offenkundig der Nachwelt eigentlich nicht erhalten bleiben: Akten des ägyptischen Geheimdienstes. / © “Amn Dawla Leaks” auf facebook 

In Ägypten scheint sich Geschichte zu wiederholen: genau wie bei der friedlichen Revolution in Deutschland besetzen die Bürger den Geheimdienst, stoppen die Vernichtung von geheimen Unterlagen dort, und sichern die Akten. Deutschland könnte hier ein Vorbild sein – wenn da nicht diese eine unschöne Geschichte wäre. Denn eine der gesicherten Akten zeigt: es war eine deutsche Firma, die dem ägyptischen Geheimdienst genau die Software angeboten hat, die er brauchte, um das eigene Volk zu überwachen – seine privaten Mails zu lesen, Rechner auszuspähen und mittels Kameras und Mikrofonen von Laptops private Räume zu überwachen, denn das kann diese Software.

Wer ist diese Firma? Und darf man solche Software in Deutschland überhaupt herstellen? Fragen, die wir mit Felix von Leitner besprechen, selbst Gründer einer Firma für IT-Sicherheit gegründet und Mitglied des Chaos Computer Clubs.

Das klingt alles wie russische Mafia, aber die Zielgruppe sind Regierungen.