Ungarn nimmt Gespräche mit IWF und EU auf – eine Kehrtwende?

10.01.2012

Seit November bemüht sich die ungarische Regierung um einen neuen Kredit von IWF und EU. Bislang lehnten die beiden Organisationen wegen der verfehlten Politik Orbàns alle offiziellen Verhandlungen ab. Nun kommt es doch zu einem Gespräch, doch wie sehen die Erfolgschancen aus?

Die finanziell prekäre Lage Ungarns ist vor allem eine Folge der aggressiven Wirtschaftspolitik des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Foto: © Sebastian Willnow / dapd

ist Politikwissenschaftler an der Ludwig-Maximilian-Universität in München.Martin Brusisist Politikwissenschaftler an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. 

Angesichts der großen Finanznot hat Ungarn nun doch das Gespräch mit Vertretern des Internationalen Währungsfonds gesucht. Das Land steht auf den Finanzmärkten unter hohem Druck und Regierungschef Viktor Orbán ist jetzt bereit einen Kredit unter allen möglichen Auflagen des IWF zu akzeptieren.

Bisher hatte vor allem die aggressive Wirtschaftspolitik Orbáns das Zustandekommen offizieller Verhandlungen verhindert. Er hatte unter anderem die Unabhängigkeit der Notenbank durch eine Gesetzesnovelle stark eingeschränkt – gegen den ausdrücklichen Rat von IWF und EU.

Welche Erfolgsaussichten es für die jetzt aufgenommenen Gespräche gibt und ob die ungarische Regierung tatsächlich einsichtig ist, fragen wir Martin Brusis. Er ist Politikwissenschaftler an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und bei detektor.fm im Interview: