Ungerechtes Deutschland? | Bildung ist immer noch ein Privileg

04.04.2014

Ob man ein Studium beginnt oder sich für eine Ausbildung entscheidet, wird häufig schon vor der Einschulung unbewusst besiegelt. Vor allem die Familie beeinflusst den Bildungsweg. Ist Bildung in Deutschland unfair?

Schon früh wird festgelegt, wie wichtig Bildung im Leben sein wird. Foto: Martin Abegglen | flickr.com | Lizenz: CC BY SA 2.0

unterstützt Nicht-Akademiker-Kinder.Katja Urbatschunterstützt Nicht-Akademiker-Kinder. 

Studium oder Ausbildung?

Bildungsgerechtigkeit – jeder darf das machen, was er am besten kann und möchte. Um einen Grundstein zu legen, gilt in Deutschland nicht nur eine Bildungs- sondern auch eine Schulpflicht. Auf welcher Schule man landet, hängt von einigen Faktoren ab. Bei der Grundschule besucht man zumeist die Schule im eigenen Viertel – sobald es jedoch auf die weiterführende Schule geht, greift dieses Prinzip nicht mehr.

Welche weiterführende Schule man besucht, liegt hauptsächlich daran, wie es um die Noten in den ersten vier Schuljahren steht. Diese werden durch die Lehrer, aber sehr stark auch durch die Eltern beeinflusst. Hat Bildung einen hohen Stellenwert in der Familie, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch das Kind diese Werte verinnerlicht hat und sich dies auch auf die Schulnoten auswirkt.

Nicht alle haben die gleichen Chancen – oder?

glaubt nicht an die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.Stefan Sellglaubt nicht an die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland. 

Aber auch Lehrer beeinflussen die Noten, meistens jedoch unbewusst und ohne jede Absicht – hier hat die Psychologie die Finger im Spiel.

Hat in Deutschland also wirklich jeder die gleichen Chancen, seinen Bildungsweg selbst zu bestimmen? Wir haben mit dem Sozialwissenschaftler Stefan Sell und der Gründerin von „ArbeiterKind.de„, Katja Urbatsch, über die Bildungs(un)gerechtigkeit gesprochen.