UNHCR-Bericht zu Staatenlosigkeit

Menschen, die es nicht geben darf

03.11.2017

Staatenlos sein, heißt mehr als einfach nicht genau zu wissen, wo man hingehört. Es bedeutet häufig lebenslange Diskriminierung und das Verwehren elementarer Grundrechte. Das betrifft weltweit mehr als zehn Millionen Menschen.

Von Geburt an heimatlos

Das Schicksal Staatenlosigkeit mag für die meisten Menschen in Europa unwirklich klingen. Doch weltweit ist es keine Seltenheit. Mehr als zehn Millionen Menschen weltweit haben keine Staatszugehörigkeit. Neue Erhebungen zeigen, dass die Zahlen auf ihrem absoluten Höhepunkt angelangt sind. Die Dunkelziffer allerdings dürfte noch weitaus über dem liegen, was bislang bekannt ist. Für Betroffene bedeutet ihr Zustand massive Einschränkungen ihrer Grundrechte.

Staatenlosen fehlen die Chancen auf Schulbildung, Gesundheitsversorgung oder legale Arbeitsmöglichkeiten. Sie können kein Bankkonto eröffnen, keine Immobilien oder Land erwerben oder heiraten.  – Marc Engelhardt, Korrespondent für weltreporter.net

Staatenlosigkeit als Repression

Dieses Schicksal entsteht nicht immer zufällig. Manche Staaten benutzen den Entzug des Passes als Druckmittel. Darunter leiden vor allem Minderheiten, wie etwa die Rohingya im heutigen Myanmar.

Es gibt 20 Länder auf der Welt, bei denen im Gesetzt steht, dass man Menschen ihre Staatsbürgerschaft entziehen kann. – Marc Engelhardt

Das wollen die Vereinten Nationen bis 2024 ändern. Dann soll allen staatenlosen Menschen auf der Welt ein Pass ermöglicht werden. Dieses Ziel ist ziemlich ambitioniert. Denn die UN ist keine Weltregierung, die einfach Gesetze erlassen kann.

UN-Komissar Filippo Grandi kann nicht viel mehr tun als appelieren, das ist ihm auch bewusst. – Marc Engelhardt

detektor.fm-Moderator Christian Eichler hat mit Marc Engelhardt über staatenlose Menschen und die Rolle der Vereinten Nationen bei diesem Problem gesprochen.

Marc_EngelhardtStaatenlose Menschen können praktisch kein normales Leben führen.Marc Engelhardtberichtet aus Genf über Ereignisse bei der UNO. 

Redaktion: Julian Christ