Unruhen in Uganda: Gibt es jetzt einen “afrikanischen Frühling”?

03.05.2011

In Uganda brodelt es - die Menschen protestieren friedlich gegen hohe Lebensmittelpreise, der Staatsapparat kontert mit Gewalt. Das erinnert einige Beobachter an die Proteste in den arabischen Staaten. Gibt es jetzt auch einen afrikanischer Frühling?

Ugandas Präsident Yoweri Museveni - in seinem Land herrschen nicht zum ersten Mal heftige Unruhen. Foto: Michael Kappeler / dapd.

Proteste gegen zu hohe Lebensmittel- und Benzinpreise, blutig niedergeschlagene Demonstrationen, ein starrer Staatsapparat unter der Führung eines korrupten Herrschers. Was klingt wie eine veraltete Nachricht aus Tunesien oder Ägypten, beschreibt die derzeitige Situation im afrikanischen Staat Uganda.

ist Entwicklungssoziologe an der Universität Bayreuth und Ost-Afrika-Experte.Prof. Dr. Dieter Neubertist Entwicklungssoziologe an der Universität Bayreuth und Ost-Afrika-Experte. 

Nach der gewaltsamen Verhaftung des Oppositionsführers Kizza Besigye herrscht dort Ausnahmezustand. Berichten zufolge gibt es auch in Burkina Faso, dem Senegal und Swaziland erste Unruhen. Ist das der Beginn für eine Revolutionswelle in Ost- und Süd-Afrika? Folgt auf den arabischen nun der afrikanische Frühling?

Das haben wir Dieter Neubert gefragt. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Entwicklungssoziologie an der Universität Bayreuth und Ost-Afrika-Experte.

Im Interview erklärt er, dass die Unruhen in Afrika mit dem „arabischen Frühling“ nur schwer zu vergleichen seien und warum das hohe Gewaltpotential in Uganda in der Geschichte des Landes begründet sei.