USA verhandelt mit Iran über Syrien

Krisengespräche und Kampftruppen

29.10.2015

Lange haben die USA den Iran als Verhandlungspartner in Sachen Syrien abgelehnt. In Wien sitzen sie nun an einem Tisch - zusammen mit Russland, Saudi-Arabien und der Türkei. Können sich die Stellvertreter in diesem Krieg einigen? Antworten von einem Militärstrategen.

Iran: Unheilige Allianz …

Nun also wirklich: die USA verhandeln mit dem Iran, Russland und Saudi-Arabien in Wien über die politische Zukunft Syriens. Die einen nennen es eine unheilige Allianz, weil sie nicht daran glauben, dass sich der Iran einfach so darauf einließe, Assad zu stürzen: der Iran schickt schließlich nach wie vor Söldner zu Assads Unterstützung und deklamierte noch im Juni, für Assad werde man bis zum Ende gehen.

Saudi-Arabien andererseits unterstützt die sogenannte islamistische „Eroberungsarmee“, zu der auch der Al-Qaida-Ableger al-Nusra-Front gehört. Wenn also Diplomaten nach informellen Gesprächen letzte Woche berichten, die Diskussionen drehten sich um maximal weitere sechs Monate für Assad und anschließende Neuwahlen, ließe sich das auch als Zeitschinderei für Assad betrachten. Denn der hat bereits angekündigt, bei solchen Wahlen wieder anzutreten.

… und gekaufte Zeit für Assad

Andere meinen, es könne keine Lösung ohne Verhandlungen mit Assad, dem Iran und Russland geben.

Ohne die Einbeziehung Irans ist eine Lösung völlig undenkbar. – Hans Krech, Militärstratege

Was aber Bestandteil dieser Verhandlungen sein soll, dazu gehen die Vorstellungen weit auseinander. Die eine Position zielt auf die weitere Bewaffnung der Kurden im Norden, um diese Gebiete zu stabilisieren, und auf eine europäische Teilnahme an Luftangriffen gegen den IS. Andere schlagen vor, mit Hilfe dieser Verhandlungen eine Flugverbotszone in Syrien einzurichten, unter der die syrische Bevölkerung zur Ruhe kommen kann. Dann könnte sie selbst über ihre politische Zukunft bestimmen.

Gleichzeitig: US-Einsätze am Boden

Die USA unterdessen haben angekündigt, ihre Verbündeten auch mit Bodentruppen zu unterstützen. Und nun, inmitten aller dieser Vorzeichen, sitzt ebenjene USA an einem Tisch mit Iran, Russland und Saudi-Arabien.

Was das strategisch und für die Region bedeutet, erklärt der Militärstratege Hans Krech. Er ist Geschäftsführer des wissenschaftlichen Forums für internationale Sicherheit an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

glaubt, dass der Krim-Konflikt zum Nachteil Russlands ausgehen könnte.Die Rebellengruppen, weder die gemäßigten noch al-Nusra, werden keine Regelung akzeptieren, die nicht vorsieht, dass Bashar al-Assad abgesetzt wird und es einen Regimewechsel in Damaskus gibt - und ob Russland und der Iran dazu bereit wären, ist fraglich.Hans KrechGeschäftsführer des wissenschaflichen Forums für internationale Sicherheit und Militärstratege an der Führungsakademie der Bundeswehr. 

Redaktion: Caroline Bauer