“Vermisst!” – Kampagne gegen islamische Radikalisierung sorgt für Unmut

27.08.2012

Das Bundesinnenministerium hat eine Kampagne gegen Radikalisierung muslimischer Jugendlicher gestartet. Kritiker bemängeln, die würde lediglich Vorurteile verstärken – Informationen und Einschätzungen zur Aktion.

Junge Muslime sind eine wichtige Zielgruppe für Extremisten. Familienangehörige auffälliger und gefährdeter Jugendlicher können sich nun beim Bund beraten lassen. Foto: © Axel Schmidt/dapd

Im Internet startet heute eine Kampagne gegen die islamische Radikalisierung Jugendlicher. Fiktive Vermisstenanzeigen muslimischer Jugendlicher sollen vor allem Eltern emotional ansprechen, die vermuten, dass sich ihre Kinder zu islamistischen Radikalen entwickeln.

Auf den Plakaten und Flyern stehen fiktive Vermisstenanzeigen – und ein Suchaufruf:

„Das ist unser Sohn Ahmad. Wir vermissen ihn, denn wir erkennen ihn nicht mehr. Er zieht sich immer mehr zurück und wird jeden Tag radikaler. Wir haben Angst, ihn ganz zu verlieren – an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen.

Ab September wird die Posteraktion auf der Straße präsent sein. Hinter der Kampagne steht die Initiative Sicherheitspartnerschaft unter Federführung des Bundesinnenministeriums.

Über die Organisatoren der Kampagne und die Plakatmotive spricht Karsten Köhler im Kollegengespräch mit Katrin Weller.

Wie sinnvoll diese Kampagne ist, beurteilt Isabel Schayani. Die WDR-Redakteurin hat Islamwissenschaften, Geschichte und Völkerrecht studiert, arbeitet als Redakteurin beim Nachrichten-Magazin Monitor und kommentiert regelmäßig Integrations-Debatten in den «Tagesthemen».