“Vermögensabgabe” – Langsam dreht der Wind

14.06.2010

In Deutschland gibt es immer mehr Millionäre. Das Sparpaket der Bundesregierung verzichtet trotzdem auf eine "Vermögensabgabe". Ist das gerecht?

Gründer und Sprecher der Initiative Vermögensabgabe.Dieter LehmkuhlGründer und Sprecher der Initiative Vermögensabgabe. 

Deutschland hat Schulden. Ganz immense Schulden. Um genau zu sein, hat statistisch gesehen jeder Bürger in Deutschland 20.000 Euro Schulden. Der Staat muss also sparen und tut das, so zeigt es das jüngste Sparpaket, auch bei den sozial Schwachen. Doch gleichzeitig wächst die Zahl der Millionäre in Deutschland. Um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Jetzt gibt der Mensch ganz generell ja ungern etwas ab von seinem Vermögen. Doch eine Initiative fällt da aus der Reihe: die Initiative „Vermögende für eine Vermögensabgabe“. Die verlangen nämlich genau das: Reiche sollen mehr geben. Warum sie mehr von ihrem Besitz abgeben wollen und was das bringen kann, darüber sprechen wir mit Dieter Lehmkuhl von der Initiative.

Auch in der Politik ein Thema

sitzt für die CDU im Bundestag und ist Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft CDA.Peter Weisssitzt für die CDU im Bundestag und ist Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft CDA. 

In einem scheinen sich also alle einig: Deutschland muss sparen. Aber dann hört es auch schon sehr bald wieder auf mit der Einigkeit. Denn das Sparpaket, dass die Bundesregierung zusammengeschnürt hat, ist – sagen wir es mal höflich – nicht so gut angekommen. Auch nicht in den eigenen Reihen. Aus der CDU selbst kam das Urteil „Sozial unausgewogen“ und „nicht akzeptabel“. Kritisiert wurde unter anderem, dass Reiche dort nicht stärker zur Kasse gebeten werden.Wo Korrekturen nötig sind, ob die Koalition über dieser Frage auseinander driftet und was die Kanzlerin tun kann, um Einigkeit darüber herzustellen, das fragen wir mit den Vorsitzenden des Arbeitnehmer-Flügels der Unionsfraktion im Bundestag, mit Peter Weiß.

Peter Weiß, Vorsitzenden des Arbeitnehmer-Flügels der Unionsfraktion im Bundestag