Vom Sterben der Arten: wie der Mensch vernichtet

01.11.2010

Artenschutzkonferenz in Japan, "Jahr der Artenvielfalt" 2010 - doch trotz großer Symbolik: der Mensch vernichtet weiter etliche Arten, und das unwiderbringlich. Eine kleine Bestandsaufnahme.

Ein Berggorilla-Weibchen mit Nachwuchs, aufgenommen im Volcanoes Nationalpark in Ruanda. Der Bestand wird heute auf 700 Tiere geschätzt. / © Thomas Lohnes (dapd)

arbeitet als Biologin bei der Umweltschutzorganisation »Pro Wildlife«. / © G. OhlenbostelSandra Altherrarbeitet als Biologin bei der Umweltschutzorganisation »Pro Wildlife«. / © G. Ohlenbostel 

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. So heißt es ja gern mal. Doch mit seiner rasanten Ausbreitung sorgt die Krone der Schöpfung auch dafür, dass große Teile der Schöpfung aussterben. Artensterben ist ein erschreckendes Thema: 844 Arten hat der Mensch in den vergangenen 500 Jahren von der Erde verschwinden lassen, und Wissenschaftler schlagen schon länger Alarm: was der Mensch da treibt, ist nämlich nicht rückgängig zu machen. Seit seinem Wirken habe sich das Artensterben um den Faktor 100 bis 1000 beschleunigt.

2010 ist das „Jahr der Artenvielfalt“, und am Wochenende ging die Biodiversitätskonferenz in Japan zu Ende. Fast 200 Staaten haben die „Konvention zur biologischen Vielfalt“ unterzeichnet, doch was ist das wert? Das fragen wir Sandra Altherr, Biologin und Projektleiterin bei der Naturschutzorganisation Pro Wildlife.

„Ein Käfer mehr oder weniger…“ – warum eine ausgestorbene Art ein Problem ist

ist Agrarwissenschaftler an der Uni Göttingen. / © D. GladbachChristoph Scherberist Agrarwissenschaftler an der Uni Göttingen. / © D. Gladbach 

Warum genau das ein Problem ist, wenn eine Art ausstirbt, und welche Folgen das hat, war lange nicht geklärt. Ein internationales Forscherteam hat zum ersten Mal die Auswirkungen von Artensterben auf ein komplettes Ökosystem untersucht, in aufwändigen Freilandexperimenten über acht Jahre – und die Ergebnisse eben veröffentlicht.

Sie belegen: die Folgen eines Artensterbens ziehen sich durch die gesamte Nahrungskette. Der Agrarwissenschaftler Christoph Scherber war Mitglied des Forscherteams und erläutert uns die Ergebnisse.