Wahl in Berlin, brüchige Waffenruhe in Syrien, Zukunft des Lkws

"Merkel gehen die Optionen aus"

19.09.2016

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus geht die SPD als stärkste Kraft hervor – und ist trotzdem schwach wie nie. Der große Verlierer ist die CDU. Kommt nun Rot-Rot-Grün? Derweil wird in Syrien nach Tagen der Waffenruhe wieder geschossen. Ein Gespräch mit Matthias Breitinger von ZEIT Online.

Sigmar Gabriel

Wankende „Volksparteien“

Es ist ein Wahlsieg ohne große Strahlkraft, aber er könnte interessante Folgen haben: Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus holt die SPD 22 Prozent der Stimmen. So „schwach“ war noch kein Wahlsieger zuvor bei einer Landtagswahl.

Der amtierende Bürgermeister Michael Müller versteht das Ergebnis seiner Partei nichtsdestotrotz als Regierungsauftrag. Nur seine bisherige Koalition mit der CDU, die ist wohl Geschichte: 18 Prozent holten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten, dem umstrittenen Innensenator Frank Henkel. Wieder ein Negativrekord, der die CDU auch im Bund schwächen könnte, ein Jahr vor den Bundestagswahlen.

Für Berlin kündigt sich derweil eine rot-rot-grüne Koalition an: Linke und Grüne liegen mit jeweils rund 15 Prozent der Stimmen gleichauf. Neu im Abgeordnetenhaus: Die – zurückkehrende – FDP mit rund 6,7 und die AfD mit 14,2 Prozent.

In Hannover geht es um die Zukunft der Logistik

In Berlin werden Koalitionen geschmiedet, in Hannover Lkws vernetzt: Die IAA Nutzfahrzeuge beginnt dort am Donnerstag. Drei Trends stehen hier im Vordergrund: Elektromobilität bei Lkws und Stadtbussen, eine dauerhafte Vernetzung Fahrzeuge und auch das autonome Fahren.

Insbesondere erste Tests zum autonomen Fahren deuten spannende Entwicklungen an – nicht nur für die Wirtschaft:

Lkws können kombiniert werden zu Verbünden, die dann, autonom gesteuert von einem Computer, in geringem Abstand hintereinander fahren. Die Lkws fahren dann im Windschatten, das soll bis zu 10 Prozent Kraftstoff fahren. Auch das wieder ein Pluspunkt für Speditionen.“ – Matthias Breitinger, ZEIT Online

Brüchige Waffenpause in Syrien

Etwa eine Woche hat die Waffenruhe in Syrien zwischen dem Assad-Regime und Rebellen gehalten. Jetzt sind wieder Luftangriffe auf Aleppo und in der Provinz Homs gestartet worden, berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Stadt im Norden Syriens wird von Rebellen kontrolliert. Die Waffenruhe war zwischen den USA und Russland vereinbart worden und ist am 12. September in Kraft getreten.

Matthias Breitinger"Das alles das zeigt, wie zerbrechlich diese ganze Vereinbarung überhaupt gewesen ist."Matthias Breitingerist Redakteur bei ZEIT Online. 

Was diese Woche wichtig wird, kommentiert ZEIT-Redakteur Matthias Breitinger:

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