Wahlbeteiligung in Deutschland

Wie mehr Wähler bekommen? Von Wahlwochen und Supermarkt-Urnen

19.09.2014

Briefwahl für alle? Wahlpflicht? Elektronisch Wählen? Oder im Supermarkt? Bei der Suche nach mehr Wahlbeteiligung hat der Bundeswahlleiter nun eine neue Idee: eine ganze Woche wählen. Ein sinnvoller Vorschlag?

Was für eine Wahlbeteiligung! 84,7 Prozent der Schotten stimmten bei dem Referendum ab. Weltweit feierte man diesen großen Akt demokratischer Mitbestimmung. In Deutschland stieß man zuletzt in den Achtzigern in solche Höhen vor – heute gelten sie als utopisch.

Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen wählte nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten. Es war die zweit-niedrigste Wahlbeteiligung bei einer Landtagswahl überhaupt. Auch bei den letzten den Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg ist sie gesunken.

Wahlwoche – einer von vielen Vorschlägen für mehr Wahlbeteiligung

Jetzt hat der Bundeswahlleiter eine sogenannte „Wahlwoche“ vorgeschlagen. Die soll – wie der Name es schon vermuten lässt – den Wählern eine ganze Woche lang Zeit geben, ihr Kreuz zu machen.

Der Vorschlag reiht sich ein: Elektronische Wahl, Briefwahl für alle, Wahlpflicht, Wahlurnen in Supermärkten – an Vorschlägen mangelt es nicht.

Wir haben mit dem Politikwissenschaftler und Wahlforscher Markus Steinbrecher von der Universität Mannheim gesprochen und ihn gefragt, ob die Wahlwoche eine gute Idee ist – oder eine der anderen vielleicht eine bessere.

Steinbrecher Markus 12-11-10 hoch"Vielleicht geht es bei Wahlen in Deutschland, Europawahlen und vielleicht auch Landtagswahlen einfach nicht mehr um so viel und deswegen können die Leute auch nicht so sehr mobilisiert werden."Dr. Markus Steinbrecherforscht zu politischer Verhaltensforschung an der Universität Mannheim.