Wahlen in Bangladesch

Die Demokratie auf dem Prüfstand

06.01.2014

Kaum Wahlbeteiligung, wenige Gegenkandidaten, Aufruf zum Boykott. Schon vor Öffnung der Wahllokale war in Bangladesch klar, wer die meisten Stimmen bekommt. Doch knapp 20 Tote zeigen: diese Wahl hat niemand gewonnen.

Die Premierministerin Sheikh Hasina wird wohl auch künftig im Amt bleiben - vorerst. Foto: UNCTA/

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Die Regierung in Bangladesch weigert sich, die Wahlen von einer unabhängigen Übergangsregierung durchführen zu lassen – und die Oppostion weigert sich darauf hin, überhaupt an den Wahlen teilzunehmen.

kennt den Ursprung der Probleme in Bangladesch.Es ist eine sehr tiefe persönliche Feindschaft.Christian Wagnerkennt den Ursprung der Probleme in Bangladesch. 

Dieses Szenario klingt skurril: immerhin sind Wahlen nicht wirklich Wahlen, wenn es nur einen Kandidaten gibt. In vielen Wahlkreisen wurde mangels Gegenkandiaten gar nicht abgestimmt. Schon Tage vor der Wahl ist klar: Premierministerin Sheikh Hasina wird im Amt bleiben. Wer sollte es ihr auch streitig machen?

Wahlsieg mit fadem Beigeschmack

Doch als ob dieser Zustand nicht schon strapaziös genug für die recht junge Demokratie wäre, überschatten weitere Krawalle die Wahltage: etliche Wahllokale, darunter auch Schulen, und um die 20 Menschenleben sind den Protesten zum Opfer gefallen.

Woher rührt diese Anspannung? Und was ist die Wahl wert? Darüber haben wir mit Christian Wagner von der Stiftung Wissenschaft und Politik gesprochen.