Wahlkampf nach US-Vorbild? Steinbrück ändert die Taktik

13.02.2013

Etwa sieben Monate vor der Bundestagswahl will SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seinen Wahlkampfauftritt ändern. Er setzt auf Grundsatzreden - wie man das vor allem aus den USA kennt. Wie ist dieser Schritt zu bewerten?

Steinbrücks Wahlkampf könnte noch professioneller werden, meint unser Gesprächspartner Oliver Lembcke. Foto: © Axel Schmidt/ ddp

Bisher setzte Steinbrück vor allem auf Wirtschafts- und Finanzthemen. Jetzt soll sein Auftritt breiter aufgestellt werden. Einem Bericht von Spiegel Online zufolge wird sich der ehemalige Bundesfinanzminister schon bald zu Themen wie Deutsche Einheit, Außen- und Sicherheitspolitik und Fragen der Integration äußern.

von der Helmut-Schmidt-Universität in HamburgOliver Lembckevon der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg 

Grundsatzreden sind fester Bestandteil jedes US-Wahlkampfes. Das wirft die Frage auf, ob Steinbrück sich nun ganz auf einen „amerikanisierten“ Wahlkampf konzentrieren könnte.

Auch die Verstärkung von Steinbrücks Wahlkampfteam ist ein Schritt in diese Richtung. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, wechselt Jarmila Schneider als Pressesprecherin von der bayrischen SPD ins „Team Steinbrück“. Nach einer ganzen Reihe von Kommunikationspannen soll der Wahlkampf nun professioneller geführt werden.

Ob Peer Steinbrück einen „amerikanisierten“ Wahlkampf führen wird und wie sinnvoll der Begriff der „Amerikanisierung“ überhaupt ist, haben wir mit dem Politikwissenschaftler Oliver Lembcke besprochen.

Typisch für den Bundestagswahlkampf ist, dass Parteien den Wahlkampf organisieren. Für den amerikanischen Wahlkampf ist typisch, dass der einzelne Kandidat als Unternehmer aktiv wird, sein Team bildet und mit diesem Team versucht zu siegen.