Wahlkampf ohne Inhalte – Martin Sonneborn im Interview

23.08.2013

Die Parteien haben ihre Wahl-Werbespots vorgestellt: Angela Merkel füllt ihre anderthalb Minuten überwiegend mit Phrasen. Dabei ist Inhaltsleere doch das propagierte Markenzeichen der Partei "Die Partei"? Deren Parteivorsitzenden fragen wir, ob er sich beklaut fühlt.

Angela Merkel in ihrem aktuellen Werbespot für die Bundestagswahl 2013. Foto: Screenshot von CDU.TV

Die Bundestagswahl rückt mit großen Schritten näher, es ist spannend wie selten, und die Kontrahenten schenken sich nichts. Das finden Sie etwas phrasenhaft als Einleitung? Zu inhaltsleer? Zu unkonkret?

Falls dem so ist, dürften die aktuellen Werbespots von Angela Merkel und Peer Steinbrück auch nicht so wirklich gut gefallen. Insbesondere der Spot von Angela Merkel hinterlässt den etwas faden Beigeschmack, dass es in Wahlkämpfen schon einmal um mehr Inhalte ging:

Das Richtige ist nicht immer, was am lautesten gefordert wird. Das Richtige ist, was am Ende den Menschen hilft. – Angela Merkel

Vormals «Titanic»-Chefredaktuer, heute Vorsitzender von «Die Partei».Martin Sonnebornvormals «Titanic»-Chefredaktuer, heute Vorsitzender von «Die Partei». 

Einige Beobachter erkennen in Merkels Agieren geradezu Taktik: ein systematisches Vermeiden von Inhalten, durch einige Medien sogar noch verstärkt.

„Sie ist sehr gut!“

Martin Sonneborn, Vorsitzender der Partei „Die Partei„, findet das zu inkonsequent. Er fordert: «Inhalte überwinden! Wählt Die PARTEI – Sie ist sehr gut!»

Hat sich die CDU also bei der Partei „Die Partei“ bedient? Sind sich CDU und „Die Partei“ inhaltlich schon so nah, dass eine Koalition denkbar wird? Kann man Merkel überhaupt einen Vorwurf machen? Das haben wir mit Martin Sonneborn besprochen.

Wir haben ja in dieser Wahlperiode 100 Prozent plus X anvisiert. Das X steht für die Überhangmandate und ich glaube, dass da keine Koalitionspartner mehr benötigt werden. – Martin Sonneborn