Warum wählen – und warum euch? | Die Linke

"Es gibt keine Entschuldigung dafür, Rassist zu werden"

23.03.2017

Wen wählt man eigentlich, wenn man heute "links" wählt? Wofür steht die Partei? Und was antwortet sie auf den Vorwurf vieler, sie habe mit ihrer DDR- und SED-Vergangenheit noch immer nicht richtig aufgeräumt? Wir fragen die Parteivorsitzende selbst: Katja Kipping im Interview.

Am 26.03.2017 wählt das Saarland. Im Mai kommen dann noch Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Und am 24. September sind wir dann – wenn wir denn wollen – alle dran: zur Bundestagswahl. Es besteht also die Chance, dass politisch so einiges in Bewegung kommt in unserem Land. Oder eben: so bleibt, wie es ist.

Wir wollen in den kommenden Wochen mit Partei- und Fraktionsvorsitzenden sprechen. In unserer kleinen Serie „Warum wählen? Und warum euch?“ Die Antworten von Simone Peter von den Grünen finden sich schon auf detektor.fm. Und heute kommen die Antworten der Partei „Die Linke“ dazu. Denn deren Parteivorsitzende war zu Gast bei uns im Studio: Katja Kipping.

Sozialisten, Kommunisten, Gewerkschafter? Was bedeutet „Links“ heute?

In der Linken gibt es etliche Strömungen: die Antikapitalistische Linke, das Forum Demokratischer Sozialismus, die Emanzipatorische Linke, die Sozialistische Linke, die Kommunisten, die Marxisten, die Gewerkschafter …

Wofür also steht die Linke? Und wen wählt man heute eigentlich, wenn man „links“ wählt?

Die Linke – gestern und heute

Eine Anschlussfrage ist es, die viele umtreibt: Wählt man heute eine andere Linke als früher? Denn dass die Partei mit ihrer SED- und DDR-Vergangenheit nicht ordentlich genug aufräumt, dieser Vorwurf kommt seit Jahren immer wieder hoch. Vielleicht auch, weil so mancher sich noch nicht überzeugt fühlt, dass mit dem nach 1990 verschwundenen SED-Parteivermögen alles seine Richtigkeit hat. Doch das lässt die Parteivorsitzende nicht gelten:

Das ist so eine Schimäre, die hochgezogen wird, und immer erweckt man den Eindruck, dass das nicht geklärt ist. Aber dann müssten Sie schon konkret werden und sagen, wo Sie ein Indiz dafür haben, dass das wirklich mehr ist als eine permanent wiederholte, niemals beweisbare Unterstellung. – Katja Kipping

Debatten um Positionen

In den letzten Monaten gelangte die Linke oft in die Schlagzeilen: denn ihre Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Sarah Wagenknecht, fiel durch starke Positionen auf. Sätzen wie „Nicht alle Verarmten und Verelendeten der Welt können zu uns kommen“ und „Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht dann eben auch verwirkt“ wird man durchaus Populismus-Potenzial unterstellen dürfen. Und um die Vormachtstellung der USA oder die Politik von Angela Merkel zu kritisieren, ging Wagenknecht ausgerechnet zum staatlichen russischen Propagandasender „Russia Today“.

Also: Warum wählen – und warum Die Linke? Das fragt detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser – und Antworten gibt es von der Parteivorsitzenden Katja Kipping im Interview.