Was bringt die Rente mit 69?

24.05.2011

Die Wirtschaftsweisen raten der Regierung, das Renteneintrittsalter auf 69 anzuheben. Kritiker bemängeln, dass das - je nach Beruf - ungerecht und unleistbar sei. Berechtigte Zweifel?

Ein junger Mann demonstriert mit einem selbstgebastelten Hut - für die Rente mit 60. / © Thomas Lohnes (ddp)

Gehören Sie auch zu den Arbeitnehmern, die die Tage bis zur Rente zählen?

Inzwischen müssen Sie dann ja bis 67 „durchhalten“ – zumindest, wenn Sie nach 1963 geboren sind. Die Wirtschaftsweisen empfehlen der Bundesregierung jetzt, die Rente mit 69 einzuführen.

Sozialwissenschaftler an der FU Berlin und bis 2008 Mitglied des Sozialbeirats für die Rentenversicherung der Bundesregierung.Barbara RiedmüllerSozialwissenschaftler an der FU Berlin und bis 2008 Mitglied des Sozialbeirats für die Rentenversicherung der Bundesregierung. 

Auf die Jüngeren könnte damit eine noch längere Arbeitszeit zukommen: Ab 2060 sollen die Menschen dann erst mit 69 den Job an den Nagel hängen dürfen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Aufgrund der demografischen Entwicklung werden die Deutschen immer älter, das heißt immer mehr Rentner müssen finanziert werden – und immer weniger machen dabei durch ihre Sozialabgaben mit. Außerdem leben wir aber auch immer länger: Kriege und Mangelernährung gibt es in Deutschland hoffentlich auch die nächsten 50 Jahre nicht mehr; und natürlich entwickelt sich auch die Medizin beständig weiter.

Dennoch gibt es viele Kritiker an der Rente mit 69. Zu ihnen gehört Barbara Riedmüller, Sozialwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin. Warum sie den Vorschlag der Wirtschaftsweisen ablehnt und was sie stattdessen vorschlägt, erläutert sie im Interview.