Was haben Boykott und Proteste gebracht? – Eine politische Bilanz nach der EM

02.07.2012

Kaum rollte der Ball, war der Sport wichtiger als die Politik. Hat die EM etwas an den Zuständen in der Ukraine ändern können? Oder wenigstens Bewusstschein geschaffen?

Die Bauarbeiten am ukrainischen Nationalstadion in Kiew haben mehr als 585 Millionen Euro verschlungen. Foto: © Oliver Lang/dapd

Journalist und Autor des Buchs «Tor zum Osten».Olaf SundermeyerJournalist und Autor des Buchs «Tor zum Osten». 

Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine ist vorbei. Vor Beginn des Turniers hatte es so ausgesehen, als ob ein derartiges Großereignis die politischen Begleitumstände vor allem in der Ukraine in den medialen Fokus rücken könnte: Der Regierung wird vorgeworfen, Menschenrechte zu verletzen. Außerdem steht sie wegen der Inhaftierung der Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko in der Kritik.

Politiker aller Parteien haben deshalb darüber diskutiert, ob sie die EM boykottieren sollten. Kaum rollte dann der Ball, war allerdings der Sport wichtiger als die Politik. Boykott und Proteste gab es nur vereinzelt.

Haben sich die Zustände in der Ukraine im Zuge der EM gebessert oder konnte die Regierung das Turnier zur Image-Pflege des Landes nutzen? Darüber haben wir mit Olaf Sundermeyer gesprochen. Er ist Journalist und Autor und hat sich jahrelang mit der Fußball-Szene in Osteuropa beschäftigt.