Was wichtig wird | Diskussion über junge Flüchtlinge nach Kandel

"Wir hatten in Freiburg ja schon einmal diese Diskussion"

03.01.2018

Nach dem Totschlag in Kandel wird in sozialen Medien teilweise heftig über junge Flüchtlinge, Medien und Zensur diskutiert. Eine Einordnung von Peter Weissenburger von taz - die tageszeitung.

Sexismus

Kandel, die Medien und junge Flüchtlinge

Nach dem Totschlag von Kandel wird teilweise heftig über daraus zu ziehende Konsequenzen diskutiert. Das liegt nicht nur daran, dass die CSU im Vorfeld ihrer traditionellen Jahresklausur eine verpflichtende Altersuntersuchung aller jugendlicher Flüchtlinge fordert. In der heutigen Ausgabe der taz – die tageszeitung sind dazu eine Pro- und Contra-Meinung veröffentlicht worden. Vor allem aus dem rechten Umfeld wird außerdem seit einigen Tagen „den Medien“ vorgeworfen, den Fall verschwiegen zu haben.

Peter Weissenburger_tazMan hat schon das Gefühl, dass einige Leute möchten, dass alles was Flüchtlinge an schlimmen Dingen tun, sofort in der tagesschau kommt.Peter Weissenburgertaz-Redakteur 

Der Journalist Peter Weissenburger hat sich für die taz – die tageszeitung die Chronologie der Berichterstattung einmal genauer angeschaut. Er zeigt dort unter anderem auf, dass die Geschichte in regionalen Medien und auch bei der Deutschen Presseagentur aufgegriffen worden ist. Überregionale Medien wie die tagesschau haben sich jedoch erst einmal gegen eine Berichterstattung entschieden, weil es eine Beziehungstat gewesen ist. Laut Kriminalstatistik gibt es deutschlandweit jährlich ca. 150 Opfer solcher Taten.

Wenn bei einem Afghanen andere Maßstäbe angelegt werden, hat das einen Namen: Rassismus. – Peter Weissenburger, taz-Redakteur

detektor.fm-Moderator Christian Bollert hat mit Peter Weissenburger von der taz – die tageszeitung über die Diskussionen nach dem Totschlag in Kandel gesprochen.


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