Was wichtig wird | Jean-Michel Basquiat

Die unerzählte Geschichte hinter „Defacement“

Die Wut und Trauer über den gewaltsamen Tod seines Kollegen Michael Stewart, hat der Künstler Jean-Michel Basquiat in seinem Werk „Defacement“ verarbeitet. Der afroamerikanische Künstler Stewart wurde Opfer von Polizeigewalt und starb an den Folgen. Im Guggenheim Museum in New York steht „Defacement“ jetzt im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung.

Frieze London

„The Untold Story“

Das Gemälde trägt eigentlich den Namen „The Death of Michael Stewart“ und wird nur informell „Defacement“ genannt. Basquiat zeichnete es 1983 auf die Wand von Keith Harings Studio, als er von dem Tod seines Kollegen erfuhr. Stewart soll in New York beim Sprayen erwischt und dann so brutal in einer U-Bahn-Station von der Polizei geschlagen worden sein, dass er nach zwei Wochen Koma verstarb. Er wurde nur 25 Jahre alt. Die Tragödie erschütterte damals die gesamte New Yorker Kunst-Szene.

Basquiat, der damals selber ein junger, schwarzer Künstler war, zeichnete zwei Polizisten mit schweinchenrosa Gesichtern, die auf eine schwarze Person in der Mitte ein prügeln. Viele von Basquiats Werken beschäftigen sich mit Ungerechtigkeit durch staatliche Autoritäten.

Aber dieses Bild ist nie wirklich von der Kunstkritik beachtet worden. Dabei ist es sehr wahrscheinlich das einzige Bild, was wir kennen, wo sich Basquiat auf einen tagesaktuellen und politischen, rassistischen Fall bezieht. – Elke Buhr, Monopol-Magazin

Erste schwarze Kuratorin im Guggenheim

Mit „Defacement“ als Kernstück befasst sich die Ausstellung mit Basquiats Verarbeitung von schwarzer Identität, seinen Protest gegen Polizeigewalt und seiner ganz einzigartigen ästhetischen Sprache. Kuratorin der Ausstellung ist Chaédria LaBouvier. Die 34-jährige freie Kuratorin ist die erste schwarze Frau, die eine Solo-Ausstellung im Guggenheim Museum organisiert. Außerdem wurde ihr eigener Bruder von der Polizei getötet. Diese Tatsache belässt sie jedoch lieber im Hintergrund, denn bei der Ausstellung gehe es nicht um ihre Biografie.

Über die unerzählte Geschichte hinter „Defacement“ spricht Elke Buhr vom Monopol-Magazin mit detektor.fm-Moderatorin Helena Schmidt.


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