Was wichtig wird | Polen, Rumänien und Outdoor-Kleidung

Annäherung und Protest

08.02.2017

Angela Merkel ist der Einladung nach Polen gefolgt, um über die Zukunft in Europa zu sprechen. Währenddessen gehen tausende Rumänen auf die Straße und setzten damit ein Zeichen für die EU. Außerdem werden Outdoor-Kleidungshersteller versuchen Schadstoffe weg zu lassen.

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Merkel besucht Polen

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Einladung Polens gefolgt. Ganz uneigennützig ist ihr Ausflug allerdings nicht. Sie möchte reden – und zwar über die Zukunft Europas. Zu dem Thema hat auch Polen einiges beizutragen. Die polnische Regierung wünscht sich nämlich Vertragsänderungen. Sie möchte, dass die Länder innerhalb Europas wieder mehr Souveränität in gewissen Belangen erhalten.

Dass diese Forderungen umgesetzt werden, ist eher unwahrscheinlich. Denn Merkel wünscht sich mehr Zusammenhalt, statt ein weiteres Auseinanderdriften. Das liegt auch an den Ausstiegsverhandlungen der Briten und dem möglichen Wahlerfolg von Marine Le Pen in Frankreich.

Portrait von Ambros Waibel in seinem Arbeitszimmer in Berlin Kreuzberg.Es scheint vielmehr bei dem Besuch in Polen darum zu gehen, dass Angela Merkel mal unbedingt Jaroslaw Kaczyński treffen wollte. Der empfängt sonst nicht unbedingt Staatsoberhäupter. Da muss man erst den Umweg über die Regierungscheffin machen, die wohl eher so eine Marionetten-Funktion hat. Ambros Waibelhat die Debatten der Woche im Blick.  

Viel wichtiger noch war für die Bundeskanzlerin ein Treffen mit dem Chef der Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczyński. Mit ihm hat sie über die Unabhängigkeit von Justiz und Presse gesprochen. Etwas, das Kaczyński nicht gerne hört.

Dafür herrscht Einigkeit, wenn es um den Umgang mit Russland geht. Die Sanktionen bleiben weiterhin bestehen – selbst wenn das Russland nicht freut.

Proteste in Rumänien

Erfreut sind auch nicht gerade die Bürger in Rumänien, die zu Tausenden auf die Straße gehen. Sie kreiden das korrupte Verhalten ihrer Regierung an. Zumal dieses noch gefördert werden könnte, durch das Vorhaben der Regierung, die Antikorruptionsgesetzgebung zu lockern. Ein Misstrauensvotum zeigt keinen Erfolg. Die Demonstrationen sind Ausdruck eines der größten Proteste seit dem Ende der Diktatur 1989. Sie zeigen, dass die Bevölkerung nicht nur zuschaut, sondern sich auch wehrt.

Outdoorkleidung ist giftig

In Outdoor-Kleidung wie Jacken, Hosen und Schlafsäcken werden in regelmäßige Abständen Schadstoffe festgestellt – beispielsweise perfluorierte Kohlenwasserstoffe. Vor allem das US-Unternehmens W.L. Gore & Associates genießt einen guten Ruf in der Outdoor-Branche. Bis Ende 2020 möchte das Unternehmen ökologisch bedenkliche PFCs in einigen Produkten ersetzen. Bis 2023 sollen dann alle schadstofffrei sein.

Ambros Waibel von taz – der Tageszeitung spricht über die Debatten der Woche.


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