Was wichtig wird | Sanktionen gegen Russland und Fitness-App Strava

Strategisch (Un)klug?

31.01.2018

Die Ostdeutschen Ministerpräsidenten fordern das Ende der Sanktionen gegen Russland und die Fitness-App Strava deckt Militärbasen auf.

Jeden Mittwoch sprechen wir mit der taz über die Debatte der Woche.

Ostdeutsche Wirtschaft

Die Ostdeutschen Ministerpräsidenten treffen sich regelmäßig, um über die Belange ihrer jeweiligen Bundesländer zu sprechen. Im Zuge dessen wurde auch über die Wirtschaftssanktionen gegen Russland diskutiert. Sie stellen in Frage, dass die überhaupt eine Wirkung auf die Regierung in Moskau haben. Vielmehr würden diese Einschränkungen sich direkt auf die Wirtschaft in Ostdeutschland auswirken und ihr schaden. Sie wünschen sich eine Lockerung der Auflagen.

Die Wirtschaftssanktionen waren eine Reaktion der EU-Staaten auf die Annexion der Krim 2014. Aber auch das sonstiges Handeln Russlands in der Ukraine-Krise spielt hier eine Rolle. Zuletzt wurden sie bis zum Sommer verlängert. Doch stillschweigend hat Russland das nicht hingenommen und im Gegenzug ein Einfuhrverbot für Lebensmittel verhängt.

Rolle in Koalitionsgesprächen

Es ist nicht neu, dass sich die Ministerpräsidenten für ein teilweises Ende der Sanktionen aussprechen. Auch in den Koalitionsgesprächen zwischen SPD und der Union ist Russland Thema. Einen Wechsel der Politik gegenüber dem Land wünscht sich vor allem die SPD, doch die Union möchte bei den bisherigen Regulierungen bleiben.

Ich glaube nicht, dass die Sanktionen kurzfristig gelockert werden und dass das im Koalitionsvertrag stehen wird. – Thomas Schulze, Redakteur der TAZ

Die selbstgewählten Spione

Wer seine privaten Informatioenn schützen will, hat es schwer. Onlineshopping zieht personalisierte Werbung zum Beispiel magisch an. Auch beim Sport zieht diese Form der Überwachung immer häufiger ein. Fitness-Apps ermöglichen dem Fleißigen gleich seine Ergebnisse online zu stellen und mit anderen zu vergleichen. Dazu ortet die App Strava zum Beispiel den Jogger und verfolgt seine Route.

Nathan Ruser ist Student der Internationalen Sicherheit im australischen Canberra. Er hat die Karte der App auf Gebiete wie Syrien, Irak und Afghanistan untersucht. Dort entdeckte er überraschend viele Einträge, die auf Camps von Hilfsorganisationen und auf zum Teil noch unbekannte Militärstützpunkte hinwiesen. Er hat einfach geschaut, wo besonders viele Läufer immer im Viereck unterwegs sind. Das sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Soldaten.

Über ein mögliches Ende der Sanktionen gegenüber Russland und spionierende Fitness-Apps spricht detektor.fm-Moderatorin Carina Fron mit Tobias Schulze von taz – die tageszeitung.


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