Was wichtig wird | Trumps Rüstungsdeal, Österreichs Parteien

Diplomatie in Dollar

22.05.2017

Trump will im Nahen Osten Frieden stiften - und US-Waffen verkaufen. Mit Saudi-Arabien hat er direkt einen neuen Rüstungsdeal ausgehandelt. Beim besorgten US-Partner Israel muss Trump auf seiner Auslandsreise nun diplomatisches Geschick beweisen. Derweil wird die österreichische Parteienlandschaft umgekrempelt. Rainer Schüller von DerStandard erklärt, was wichtig wird.

The White House_President Trump's Trip Abroad_via flickr.com_Public Domain

Friedensengel mit Rüstungsdeal

Erste Station auf Trumps Auslandsreise war die saudi-arabische Hauptstadt Riad. Dort sprach er vor 50 Vertretern muslimischer Staaten und Regierungen über die Zukunft der Region und den gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus. Trotz seiner anti-muslimischen Botschaften aus Wahlkampfzeiten machte Trump klar, dass es in diesem Kampf um „Gut“ gegen „Böse“ geht – und nicht um den Kampf einer Religion gegen die andere.

Aus meiner Sicht hat sich der US-Präsident fast wie ein Friedensengel präsentiert – Rainer Schüller, stellvertretender Chefredakteur DerStandard

„Werft die Terroristen raus“, war stattdessen seine Botschaft an die Anwesenden. Gleichzeitig legte er nahe, wo sie die passenden Waffen für diesen Job bekommen, und hat direkt einen Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien in Höhe von 110 Milliarden Dollar abgewickelt. Besonders ein Partner in der Region sieht diesen Rüstungsdeal mit Besorgnis: Israel. Dort legt Trump am Montag seine seine nächste Station ein.

Israel sorgt sich um seine militärische Vormachtstellung in der Region. Die Saudis sind weiterhin in offener Feind Israels, diplomatische Beziehungen gibt es nicht. Auch wenn die saudische Aufrüstung als Signal an dem dem gemeinsamen Feind Iran verstanden werden muss, muss Trump in Israel Fingerspitzengefühl zeigen – zumal Trump im Palästina-Konflikt vermitteln will.

Politischer Dreikampf in Österreich

Zurück nach Mitteleuropa: Dort zeichnet sich in Österreich ein neuer Dreikampf vor den Neuwahlen im Oktober an. Die Koalition der sozialdemokratischen SPÖ und der konservativen ÖVP war gescheitert – nun befindet sich insbesondere die ÖVP in einem Umbruch.

Sebastian Kurz, 30 Jahre, ist neuer Chef der Partei, und lässt nun die Partei und den Wahlkampf auf sich zuschneiden. Zusammen mit SPÖ-Kanzler Christian Kern und Heinz-Christian Strache von der FPÖ ist er nun Teil eines Dreikampfes um die neue österreichischen Regierung im Herbst.

Es wird sehr spannend, welche Partei erstens die Regierungsbildung vornehmen darf - und welche gegebenenfalls mit den Rechtspopulisten um Strache einen Pakt eingehen könnte.Rainer Schüllerist stellvertretender Chefredakteur bei "DerStandard" 

Wie Trump mit US-Waffen den Nahen Osten befrieden will und wie sich die österreichische Parteienlandschaft vor den Neuwahlen entwickelt, das waren unsere Themen der Woche mit Rainer Schüller, stellvertretender Chefredakteur der österreichischen Tageszeitung „DerStandard“.


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