Was wichtig wird | Wer wird EVP-Spitzenkandidat?

"Die CSU ist ambivalent"

08.10.2018

Manfred Weber will bei der Europawahl im Mai 2019 EVP-Spitzenkandidat werden. Was für ein Typ er ist und mit welcher Konkurrenz er rechnen muss, erklärt Florian Eder von Politico.

Bayern

Der unscheinbare EVP-Spitzenkandidat

Bayern steht vor der Landtagswahl. Und dass die CSU ihre absolute Mehrheit verlieren wird, gilt als wahrscheinlich. Überhaupt scheint die CSU aktuell nur Verlierer zu kennen. Einzige Ausnahme: Manfred Weber. Durch kontinuierliche Arbeit in der europäischen Fraktion der Konservativen hat sich Weber einen Namen gemacht. Jetzt hat er gute Chancen EVP-Spitzenkandidat zu werden. Weber könnte also nach der Europawahl 2019 Jean-Claude Juncker beerben. Aber auch in Bayern wird er als Nachfolger der aktuellen Riege gehandelt. Zumindest, falls die Bayernwahl sehr schlecht laufen sollte:

Wenn die bayerische Landtagswahl desaströs schief geht, dann spricht man natürlich in der CSU auch über Weber als einen der Leute, die ins Spiel kommen können, wenn man ein paar Positionen austauschen muss. – Florian Eder, POLITICO Europe

EVP-Spagat zwischen Orban und Weber

Ganz einig ist sich Weber allerdings nicht immer mit seinen Parteikollegen. Auch nicht auf europäischer Ebene. Von Viktor Orbáns Fidesz-Bewegung distanzierte sich Weber in letzter Zeit mehrfach. Obwohl auch die Fidesz ein Teil der EVP-Fraktion im Europaparlament ist. Weber stimmte sogar für ein Strafverfahren gegen Ungarn, als einziger EU-Abgeordneter der CSU. Und das trotz der guten Beziehungen zwischen seiner Partei und der Orbáns.

Die Konkurrenz

Stärkster Konkurrent Webers bei der Bewerbung als EVP-Spitzenkandidat wird wohl Alexander Stubb werden. Der Finne hat bereits viele politische Ämter bekleidet, unter anderem war er Ministerpräsident. Mit dieser Erfahrung wird er auf unterschiedlichen politischen Ebenen punkten können, während Weber fast ein reiner EU-Politiker ist. Auch der Wahlkampf von Stubb wirke weniger hölzern, sagt Florian Eder von Politico:

Redaktionsleiter des Europa-Ablegers der Zeitschrift PoliticoSeine Kampagne in Social Media und anderswo ist tatsächlich ein bisschen moderner und innovativer.Florian Ederist Redaktionsleiter des Europa-Ablegers der Zeitschrift Politico. 

Wie stehen die Chancen für die beiden Kandidaten? Warum hat der Brexit-Chefverhandler Michel Barnier zurückgezogen? Warum kann die Konkurrenzsituation beiden potentiellen EVP-Spitzenkandidaten nutzen? Und was machen eigentlich die Sozialdemokraten? Diese Fragen klärt detektor.fm-Moderator Christian Erll im Gespräch mit Florian Eder von POLITICO Europe.


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