Wehrdienst als Auslaufmodell: Wer will eigentlich noch zur Bundeswehr?

02.02.2012

Seit einem halben Jahr ist die Bundeswehr auf Freiwillige angewiesen, denn seit Sommer ist die Wehrpflicht ausgesetzt. Jetzt kommt jedoch Kritik vom Bundeswehrchef, dem Verteidigungsminister.

Sechs Monate nach den letzten Wehrpflichtigen zogen die ersten Freiwilligen in die Kasernen ein. / Foto © Jens-Ulrich Koch /dapd

Autor des Bundeswehrblogs >Augen geradeaus!Thomas WiegoldAutor des Bundeswehrblogs >Augen geradeaus!< 

Seit dem Sommer vergangenen Jahres ist die Aussetzung der Wehrpflicht beschlossene Sache.Im Zuge der Bundeswehrreform gibt es nur noch den freiwilligen Wehrdienst. Doch die schnelle Umsetzung der Reform stößt sogar in den eigenen Reihen auf Kritik.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat in dieser Woche auf einer Veranstaltung des Spiegel die Aussetzung der  Wehrpflicht als „überstürzt“ kritisiert. Er sagte, die Bundeswehr habe sich nicht richtig auf die neue Personallage einstellen können.

Hinzu kommt die große Zahl der Abbrecher. Mehr als jeder vierte Soldat hat noch im ersten halben Jahr seinen Dienst wieder quittiert.

Kam das Ende der Wehrpflicht wirklich überstürzt oder hat die Bundeswehr vielleicht für junge Menschen generell ausgedient? Darüber haben wir mit dem Bundeswehrexperten Thomas Wiegold gesprochen. Er ist Journalist und Autor des Blogs „Augen geradeaus!“.

Es werden Kurzzeitsoldaten auf freiwilliger Basis gesucht. Das hat mit dem herkömmlichen Wehrdienst, wie wir ihn über Jahrzente in Deutschland hatten, gar nichts mehr zu tun. (Thomas Wiegold)