Weltbank fördert keine Öl- und Gasprojekte mehr

Nur noch Geld für die Umwelt?

15.12.2017

Die Weltbank wird ab 2019 keine neuen Projekte zur Erdöl- oder Erdgasförderung unterstützen. Das hat sie auf dem "One Planet Summit" in dieser Woche in Paris angekündigt.

„One Planet Summit“ in Paris

Frankreichs Präsident Macron, die Vereinten Nationen und die Weltbank haben in dieser Woche zu einem außerordentlichen Klimagipfel geladen. Macron will private und öffentliche Investoren dazu bringen, den Klimaschutz finanziell zu unterstützen. Die US-amerikanische Regierung hat keine offizielle Delegation geschickt. Dafür sind Vertreter von US-amerikanischen Bundesstaaten, Unternehmen und Prominente gekommen.

Initiative der Weltbank

Vor allem die Ankündigung der Weltbank weckt Klima-Hoffnungen: Denn ab 2019 will die Entwicklungsbank keine neuen Projekte zur Förderung von Öl und Erdgas mehr finanzieren. Die Weltbank gibt vor allem Kredite an Entwicklungsländer.

Die wichtigere Frage ist: Geht es jetzt nur um die Förderanlagen oder auch um Öl- und Gaspipelines? Diese Infrastrukturen sind eigentlich wichtiger als die Fördertürme selber. Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe

Insgesamt hat die Bank dieses Jahr rund 2,8 Milliarden Dollar für die Förderung von 309 Öl- und Gasprojekten weltweit ausgegeben. Diese Projekte sollen noch zu Ende geführt werden, bevor 2019 dann keine neuen Förderungsanlagen mehr finanziert werden.

Verantwortung von Unternehmen

Künftig sollen auch Unternehmen in den Klimaschutz eingebunden werden. Verschiedene Konzerne haben in Paris angekündigt, mehr gegen die Erderwärmung zu tun. Das Versicherungsunternehmen AXA will beispielsweise in Zukunft keine Kohlekraftwerke mehr versichern und ihre Investitionen in den Klimaschutz bis 2020 vervierfachen.

Letztlich liegt das auch im Eigeninteresse der Unternehmen. Aus Sicht einer Bank ist es ein großes Risiko, einen Kredit an eine Branche zu vergeben, von der man weiß, dass es sie vielleicht in ein paar Jahrzehnten nicht mehr geben wird.  Sascha Müller-Kraenner

Doch oft lassen die Konzerne noch Hintertüren auf: So hat die Deutsche Bank etwa beschlossen, keine Kohlekraftwerke mehr direkt zu fördern. Allerdings werden die Kraftwerksentwickler nach wie vor finanziert.

Was die Beschlüsse der Weltbank und der Unternehmen taugen und wie der Klimaschutz in Zukunft finanziert wird, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Sascha Müller-Kraenner gesprochen. Er ist einer der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Sascha_Mueller-Kraenner PorträtfotoDie Weltbank ist eine Bank, die den Regierungen gehört. Deutschland ist einer der größten Teilhaber der Weltbank. Diese Bank muss öffentliche Ziele unterstützen und die hat man im Pariser Klimaabkommen festgeschrieben. Wie sonst sollte man solch ein Abkommen erreichen, als durch Finanzmittel, die wir Steuerzahler bezahlen?Sascha Müller-Kraennerist einer der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. 

Redaktion: Rewert Hoffer