Wenn Entwicklungshilfe schiefgeht: Verunreinigtes Trinkwasser im Jemen

07.12.2011

Mit deutschen Geldern ausgebaute Trinkwassernetze im Jemen haben für neue Probleme gesorgt: Das Wasser aus den Leitungen war verunreinigt. Wie ist es dazu gekommen?

Jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt 130 Liter Wasser am Tag. Ein Jemenite kommt gerade mal auf 10 Liter (laut care.de). Foto: © Steffi Loos/dapd

Professor für Entwicklungsökonomik an der Universität Göttingen.Stephan KlasenProfessor für Entwicklungsökonomik an der Universität Göttingen. 

Schon lange leidet das jemenitische Volk unter dem Wassermangel im Land. Die deutsche Entwicklungsbank KfW hat deshalb zwischen 1990 und 2004 im Jemen Änderungen in der Infrastruktur finanziert, um der Bevölkerung den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erleichtern.

Ein Bericht der Universität Göttingen zeigt jetzt aber, dass diese Hilfe eher kontraproduktiv war: Die Wissenschaftler haben im Auftrag der KfW herausgefunden, dass das Wasser in den betroffenen Städten hinterher gar nicht sauberer, sondern im Gegenteil sogar verschmutzter war als vorher.

Wie es dazu kommen konnte, das fragen wir Stephan Klasen, Professor für Entwicklungsökonomik an der Universität Göttingen.