Wie politisch ist der Aschermittwoch?

22.02.2012

Am Aschermittwoch schlagen sich die Parteien gegenseitig die Köpfe ein. Hat das wirklich noch etwas mit Politik zu tun?

Großer Gaudi unter Parteifreunden - und Bier fließt auch genug. Foto: © Michael Urban/dapd

Politikwissenschaftler und Parteienforscher.Gerd LangguthPolitikwissenschaftler und Parteienforscher. 

Der politische Aschermittwoch ist eines der Höhepunkte im Partei-Kalender. Dieses Jahr darf Edmund Stoiber endlich wieder in den Ring steigen, denn Parteichef Seehofer muss sich als amtierendes Staatsoberhaupt zurück halten.

Doch nicht nur Stoiber beglückt seine Parteikollegen mit artistischer Redekunst, auch Nils Schmid (SPD) schießt wild um sich. Seine These 2012: „Kanzlerin Angela Merkel wechselt ihre Positionen häufiger als Lothar Matthäus seine Freundinnen!“

Er hat auf jeden Fall die Lacher auf seiner Seite. Und darum geht es ja auch bei diesem Spektakel: Ein großer Gaudi unter Parteifreunden soll es sein. Oder brauchen die Parteien den öffentlichen Schlagabtausch sogar? Um sich wieder auf ihre eigentlich Position zu besinnen und die Konturen ihrer politischen Feindbilder zu erhalten?

Gerd Langguth, Politikwissenschaftler an der Universität Bonn, hat uns die Aschermittwochskultur der Parteien erklärt.