Wie schlecht steht es wirklich um die Mittelschicht?

19.01.2011

Einkommensschere? Abstiegsängste? Schrumpfende Mittelschicht? Alles Unfug, sagt eine neue Studie. Für Statuspanik gebe es keinen Grund.

Wirtschaftswissenschaftler am IW Köln und Leiter das Projekts „Zukunft der Arbeit“ des Roman-Herzog-Instituts. / © IW KölnDr. Dominik EnsteWirtschaftswissenschaftler am IW Köln und Leiter das Projekts „Zukunft der Arbeit“ des Roman-Herzog-Instituts. / © IW Köln 

Wer reich ist, wird immer reicher – wer arm ist, wird immer ärmer. Und die Mittelschicht, die verarmt verschwindet nach und nach. Ein düsteres Bild ist es, dass da seit einiger Zeit von Gewerkschaften und einigen Parteien gezeichnet wird – und es gilt als Konsens.

Nun kommt eine neue Studie zu dem Ergebnis, dass das alles nicht stimmt. „Mythen über die Mittelschicht“ heißt die Studie, und will folgende Punkte widerlegt haben:

  • Mythos 1: Die Mittelschicht schrumpft
  • Mythos 2: Die Einkommensschere öffnet sich
  • Mythos 3: Massenhafter Abstieg aus der Mittelschicht ist die Regel
  • Mythos 4: Der Aufstieg in die Mittelschicht ist kaum möglich
  • Mythos 5: Nur eine breite Mittelschicht fördert den sozialen Zusammenhalt

Wie diese Ergebnisse zustande gekommen sind, was sie bedeuten – und warum andere Studien zu anderen Ergebnissen kommen, darüber sprachen wir mit dem Leiter der Forschungsgruppe im Institut der deutschen Wirtschaft, Dominik Enste.