Wie gehts weiter mit den Atomkraftwerken?

26.04.2010

Zum Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl sprechen wir mit einem Physiker über die mögliche Verlängerung der Laufzeiten und blicken zurück auf die Anti-Atom-Kette, bei der am Wochenende 120.000 Menschen auf die Straße gingen.

Einige Demonstranten aus der Anti-Atom-Kette stehen am Wochenende vor dem Atomkraftwerk in Biblis. / © Thomas Lohnes (ddp)

Am heutigen Tag, dem 26. April, an das Reaktorunglück von Tschernobyl zu erinnern, ist gute alte Tradition in der Anti-Atom-Bewegung. In diesem Jahr aber ist verschiedensten Initiativen, unter anderem Gewerkschaften, Naturschutzorganisationen und Parteien, schon zwei Tage vorher ein Coup gelungen: über 120.000 Menschen haben sich in eine Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel eingereiht. Die beiden Atomkraftwerke stehen kurz davor, vom Netz genommen zu werden. Die Entscheidung über die Zukunft der Atomenergie will die Bundesregierung allerdings erst nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai treffen. Umso wichtiger war diese Menschenkette für die Aktivisten. Johanna Kutsche war für uns vor Ort.

Physiker und Wirtschaftsingenieur am  Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung / © RWIManuel FrondelPhysiker und Wirtschaftsingenieur am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung / © RWI

 

Noch rund zwei Wochen, und dann platzt also der Knoten – so sehen das die Teilnehmer der Anti-Atom-Kette. Denn dann sind die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen überstanden. Viele wichtige Entscheidungen wurden auf nach der Wahl vertagt, so auch die Zukunft der Atomenergie. Hat der 2000 beschlossene Atomausstieg weiterhin Bestand? Und wenn nicht, was passiert mit dem Geld, das die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke einbringt? Eine Gruppe von Wissenschaftlern vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung fordert, die restlichen AKW-Laufzeiten zu versteigern. Der Staat hätte das Geld schließlich bitter nötig. Wir sprechen darüber mit dem Physiker und Wirtschaftsingenieur Manuel Frondel vom RWI.