Wie wirkt sich die Özil-Affäre auf die EM-Vergabe 2024 aus?

"Es sieht düster aus"

26.07.2018

Deutschland und die Türkei sind die letzten verbliebenen Bewerber auf die EM 2024. Im September steht die EM-Vergabe an. Hat Özils Rücktritt etwas verändert?

Slogans nur Schall und Rauch?

„Gemeinsam mit Euch allen wollen wir zeigen, dass die soziale Kraft des Fußballs alle Menschen vereint“, das schreibt der DFB auf seiner Bewerbungshomepage zur EM-Vergabe 2024. Ein weiteres Motto: „United by Football“.

Dass beide Slogans ehrenwerte Ziele sind, steht wohl außer Frage. Fragwürdig ist nun allerdings, ob der DFB diese Ansprüche nach der Causa Özil noch glaubhaft vermitteln kann.

Dieser Vorwurf, dass es hier rassistisch zugeht und das Integrationprojekt beim DFB gescheitert ist, wenn das bei den UEFA-Funktionären verfängt, dann sieht es düster aus für die deutsche Bewerbung. – Thomas Kistner, Süddeutsche Zeitung

Deutschlands Chancen bei der EM-Vergabe 2024

Denn der zurückgetretene Mesut Özil hat DFB-Präsident Reinhard Grindel Rassismus vorgeworfen. Und das zu einer Zeit, in der die UEFA Kampagnen gegen Rassismus fährt.

Nun hat das selbstverständlich auch die Türkei mitbekommen. Und so spricht Präsident Erdogan in Richtung Deutschland und möglicherweise auch in Richtung UEFA: „Es ist inakzeptabel, einen jungen Mann, der alles für die deutsche Nationalmannschaft gegeben hat, wegen seines religiösen Glaubens so rassistisch zu behandeln.“

Bleibt die Frage, inwiefern sich Mesut Özils Rücktritt auf die EM-Vergabe auswirkt. Deutschland und die Türkei sind die letzten verbliebenen Bewerber. Am 27. September entscheidet die UEFA, wer das Turnier 2024 austragen darf.

Wie es nach der Affäre Özil um die deutschen Chancen steht, das hat detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer den Sportjournalisten Thomas Kistner gefragt. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung und ist Autor des Buches „FIFA Mafia“.

ist Sportjournalist bei der Süddeutschen ZeitungGrindel ist auch in der UEFA kein beliebter Politiker, er hat auch da kein echtes Gewicht. Er ist eigentlich ein Mann, den man zum Netzwerken in diesen Gremien nicht brauchen kann.Thomas Kistnerist Sportjournalist bei der Süddeutschen Zeitung. 

Redaktion: Philipp Weimar