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Die Brandherde im Amazonas-Regenwald sind vom All aus erkennbar. Foto: Lauren Dauphin | HO / NASA Earth Observatory | AFP
Bild: Lauren Dauphin | HO / NASA Earth Observatory | AFP

Wochenrückblick | Brände im Amazonas, Shareholder-Ansatz, Regierungskrise in Italien

Was haben wir gelernt?

Im Amazonas-Regenwald brennt es so stark wie lange nicht mehr. Knapp 200 US-Unternehmen kündigen ihren Abschied vom Mantra der Gewinnmaximierung an. Und in Italien hält die Regierungskrise an. Die Themen der Woche im Rückblick.

Brände im Amazonas-Regenwald

Über 72 000 Brände hat es im Amazonas-Regenwald in diesem Jahr schon gegeben. Das sind etwa 80 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Diese erschreckende Zahl hat zwei Gründe. In Brasilien gibt es in diesem Jahr eine außergewöhnliche Dürre, an vielen Orten hat es seit Wochen nicht geregnet. Und es soll wieder viele illegale Brandrodungen gegeben haben.

Für Präsident Jair Bolsonaro spielt der Schutz des Amazonas nur eine untergeordnete Rolle. Er setzt auf wirtschaftliches Wachstum durch die Erschließung sprich Rodung des Urwalds. Dort soll dann Landwirtschaft betrieben werden. So wurden Verbrechen an der Umwelt wie Brandrodungen und die gestiegene Abholzung zuletzt nicht mehr konsequent verfolgt.

Eine neue Unternehmenskultur in den USA?

Unternehmen sind nicht nur ihren Aktionären verpflichtet, sondern auch allen Zulieferern, Mitarbeitern und der Gesellschaft insgesamt diesen Ansatz gibt es, aber nicht alle Unternehmen verfolgen ihn. Jetzt aber haben knapp 200 CEOs von großen US-amerikanischen Unternehmen eine Erklärung veröffentlicht, in der sie sich genau dazu verpflichten.

Statt bloßer Profitmaximierung möchten diese Unternehmen, unter ihnen auch Apple und Amazon, nun mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das würde einen radikalen Wandel darstellen: Bisher galt die Maßgabe, das der Aktienwert eines Unternehmens das einzig Wichtige sei.

Es wäre tatsächlich zu schön, um wahr zu sein. Es wäre auch tatsächlich eine große Kehrtwende im Steuern von Unternehmen. – Christian Fahrenbach, Krautreporter

Die Regierungskrise in Italien

Mit der Auflösung der Regierungskoalition sind Matteo Salvini und die Lega-Partei ein hohes Risiko eingegangen. Sie hoffen auf Neuwahlen, bei denen sie Umfragen zufolge die Anzahl ihrer Mandate verdoppeln könnten. Mit ihrer fremdenfeindlichen Politik ist die rechtspopulistische Partei extrem erfolgreich.

Nun muss es aber gar nicht zwangsläufig zu Neuwahlen kommen. Die Sozialdemokraten und die populistische 5-Sterne-Bewegung könnten ihrerseits eine Regierungskoalition bilden. Dann hätte sich Salvini mächtig verzockt und müsste seinen Posten als Innenminister räumen. Allerdings gibt es zwischen den Sozialdemokraten und der 5-Sterne-Bewegung seit etlichen Jahren Streit. Ob sie diesen beiseitelegen können, ist fraglich.

Über die wichtigsten Themen dieser Woche hat detektor.fm-Moderator Philipp Weimar mit Christian Fahrenbach von den Krautreportern gesprochen.

Diese Brände gibt es jedes Jahr. Es hat ein bisschen gedauert, bis man erkannt hat, dass es dieses Jahr besonders schlimm ist.Christian Fahrenbach
Wochenrückblick | Amazonas, Italien, US-Unternehmen 09:49

Redaktion: Jonas Dietz


Was haben wir gelernt?

Jede Woche passiert viel – aber haben wir daraus auch etwas gelernt?

Gemeinsam mit dem Krautreporter Christian Fahrenbach wagen wir jeden Freitag den Wochenrückblick und fragen, was bleibt.

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