Play
Bild: John Tys | AFP
Bild: John Thys | AFP

Zurück zum Thema | EU-Klimapolitik

55 Prozent weniger CO2 bis 2030: Geht das?

Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß in der EU um 55 Prozent reduziert werden. So sieht es die EU-Klimapolitik vor. Das klingt wie ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Aber wie kann das umgesetzt werden?

Verschärfte EU-Klimapolitik

Es gibt Neuigkeiten in Sachen EU-Klimapolitik: Bis 2030 sollen in der EU 55 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden als im Jahr 1990. Das hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute morgen in ihrer ersten Rede zur ‚Lage der Union‘ vorgeschlagen.

Vor einem Jahr  ist das Ziel noch 40 Prozent weniger CO2 bis 2030 gewesen. Die EU-Klimapolitik soll sich also verschärfen. Das klingt wie eine Wohltat für das Klima und wie ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Aber reicht das denn auch, um das 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten?

Es ist natürlich ein ambitionierter, großer Schritt, aber es reicht nicht.

Lisa Göldner, Greenpeace

Lisa Göldner, GreenpeaceFoto: Gordon Welters

Pläne sind gut, Taten sind besser

Mit ambitionierten Plänen ist dem Klima aber noch nicht geholfen. Das neue Ziel muss nun noch mit dem EU-Parlament und mit den EU-Staaten abgestimmt werden.

Die Kommission hat sehr gut abgewägt, was notwendig ist und was machbar ist.

Hildegard Bentele, MdEP, Europäische Volkspartei

Hildegard Bentele, MdEP, Europäische VolksparteiFoto: Julia Bornkessel

Was bedeutet von der Leyens Plan für den Mittelstand?

Das neue Ziel der EU-Kommission trifft vor allem die europäische Industrie. Die gehört zu den größten Klimasündern und muss daher zukünftig auch am meisten einsparen. 99 Prozent der Industriebetriebe der EU sind klein- oder mittelständisch.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben wenig Ressourcen, um sich mit der Energieoptimierung zu beschäftigen.

Benjamin Schöfer, Deutscher Mittelstands-Bund

Benjamin Schöfer, Deutscher Mittelstands-Bund

Der Wandel hin zu einer umweltfreundlichen Produktion muss laut der neuen EU-Klimapolitik schneller umgesetzt werden. Das bedeutet große Umstellungen und Umstrukturierungen für die Unternehmen. Wie der Mittelstand auf die künftigen Regeln reagiert, das erklärt Benjamin Schöfer vom deutschen Mittelstands-Bund  detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde.

Für Lisa Göldner von Greenpeace ist das aber noch nicht genug. Wie viel CO2 tatsächlich eingespart werden müsste, erzählt sie im Podcast.

Hildegard Bentele ist Mitglied des Europäischen Parlaments für die Europäische Volkspartei (EVP) und findet: 55 Prozent weniger CO2 sind ein ambitioniertes, aber lohnendes Ziel.