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Bild: Gorodenkoff | shutterstock

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Wie können die Arbeitsbedingungen für Fernfahrende verbessert werden?

Kein eigenes Bett, keine Küche, nicht einmal ein Klo oder eine Dusche: das Arbeitsleben im Lkw ist kein Luxus. Wie kann man die Arbeitsbedingungen von Fahrern und Fahrerinnen verbessern?

80 Prozent der Waren transportieren in Deutschland Lkw-Fernfahrende. Spätestens in der Corona-Krise wurde deswegen klar, dass ihre Arbeit für die Gesellschaft unverzichtbar ist. Ohne sie würden die Supermarktregale leer bleiben. Anfang des Jahres hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nun einen neuen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, um die Arbeitsbedingungen der Fahrerinnen und Fahrer zu verbessern.

Ich wünsche mir mehr Anerkennung. Dass wir nicht mehr wie Menschen dritter Klasse behandelt werden, gerade wenn man auf Rasthöfe oder Autohöfe fährt.

Clarissa Frädrich, Fernfahrerin

Clarissa Frädrich, FernfahrerinFoto: privat

Mehr Rastplätze

Das Arbeitsleben im Lkw ist nicht leicht: Lange Fahrten, zu wenig Rastplätze und dürftige Sanitäranlagen. Außerdem prägen Kosten- und Zeitdruck das Fahren mit dem Lkw. Der größte Zeitfaktor ist für viele Fahrer und Fahrerinnen die Suche nach Parkplätzen.Verkehrsminister Scheuer verspricht deshalb den Bau weiterer Rastplätze. Außerdem soll mit technischen Hilfsmitteln die Belegung der Parkplätze besser koordiniert werden.

Wir haben Situationen gehabt, wo Lkw-Fahrende teilweise monatelang in ihrem Lkw gewohnt haben. Das sind unhaltbare Zustände und die haben wir beendet.

Kirsten Lühmann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion

Kirsten Lühmann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-FraktionFoto: Marco Urban

Europäische Lkw-Fernfahrende

Auch die EU wünscht sich mehr europäische Fairness auf der Autobahn. Das EU-Mobilitätspaket garantiert, dass alle europäischen Fernfahrer und Fernfahrerinnen dieselben Arbeitsbedingungen haben. Die Reform sieht unter anderem vor, dass Wochenend-Übernachtungen im Lkw verboten werden. Die Kosten dafür sollen die Spediteure tragen.

Problematisch ist, dass gesetzlich bestehende Regeln nicht überwacht werden.

Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband für Spedition und Logistik

Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband für Spedition und LogistikFoto: DSLV

detektor.fm-Moderatorin Maureen Welter hat mit drei Beteiligten gesprochen: Die Fernfahrerin Clarissa Frädrich erzählt von ihren Erfahrungen im Beruf. Kirsten Lühmann, die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, erklärt die Pläne der Bundesregierung. Frank Huster, der Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband für Spedition und Logistik, wünscht sich eine bessere Überwachung der gesetzlichen Regelungen.