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Foto: Brendan Smialowski | AFP
Bild: AFP | Brendan Smialowski

Zurück zum Thema | Medien im US-Wahlkampf

Wie umgehen mit Trumps Lügen?

Noch werden die Stimmen der Wahl in den USA gezählt. Aber Donald Trump ist sich sicher: Wenn er verliert, dann kann das nur Betrug sein. Wer darüber berichtet, muss vorsichtig sein, keine Lügen zu verbreiten. Und das während die ganze Welt nach Washington schaut.

„Zurück zum Thema“ bei Daily Drive

US-Wahlkampf im Endspurt

Noch bevor klar gewesen ist, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird, hat sich Donald Trump bereits in der Wahlnacht vor die Presse gestellt und verkündet: Er sei der Gewinner der Wahl und damit nicht nur der amtierende, sondern auch künftige Präsident. Überall ist der Livestream von dieser Konferenz unkommentiert ausgestrahlt worden.

Doch ein paar Tage später wendet sich das Blatt. Der Fernsehsender CNBC unterbricht eine Pressekonferenz mit den Worten: „Wir müssen hier unterbrechen. Was der Präsident hier sagt, ist in weiten Teilen falsch.“ Selbst der dem Präsidenten nahestehende Nachrichtensender Fox News distanziert sich mittlerweile von dessen Statements.

Der Journalismus muss sich in dieser Ausnahmesituation in der Verantwortung sehen, die fundamentalen Institutionen und Werte der Demokratie zu verteidigen.

Carsten Reinemann, Direktor am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Ludwig-Maximilian-Universität München

Carsten Reinemann, Direktor am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Ludwig-Maximilian-Universität MünchenFoto: privat

Die Zwickmühle der Medien

Wer Medien macht und über den US-Wahlkampf berichtet, ist in einer schwierigen Position. Was auch immer der amtierende Präsident sagt, kann das Leben der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner verändern. Gleichzeitig müssen diese Aussagen auch eingeordnet werden. Gerade das geht manchmal unter, wenn sich die Nachrichten minütlich ändern.

Natürlich sind die Menschen, die politische Verantwortung tragen, eine Nachrichtenquelle. Aber wenn dieser Quelle so offenkundig nicht zu trauen ist, ist es im Interesse von Journalisten, in die Verantwortung zu gehen. Die Verantwortung, die der Präsident aufgibt, indem er sich nicht mehr mit der Wahrheit beschäftigt.

Dagmar Hovestädt, Journalistin und ehemalige USA-Korrespondentin

Dagmar Hovestädt, Journalistin und ehemalige USA-KorrespondentinFoto: BStU Mulders

Wie man als Korrespondentin in den USA arbeitet und berichtet, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde mit Dagmar Hovestädt gesprochen. Sie hat immer wieder aus Nordamerika berichtet, zuletzt bei den Zwischenwahlen 2018. Carsten Reinemann leitet das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der LMU in München. Er weiß, wie Medienmachende mit Desinformation umgehen sollten.

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