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Reservists keep watch in the Shusha region on October 31, 2020, amid the ongoing military conflict between Armenia and Azerbaijan over the breakaway region of Nagorno-Karabakh. (Photo by Karen MINASYAN / AFP)
Bild: Karen Minasyan | AFP

Zurück zum Thema | Waffenruhe in Bergkarabach

Eine Chance für Frieden?

Armenien und Aserbaidschan haben sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die Lage im Grenzgebiet Bergkarabach könnte sich jetzt beruhigen. Doch wie lange wird die Waffenruhe in der Region anhalten?

„Zurück zum Thema“ bei Daily Drive

Bergkarabach: umkämpfte Grenzregion

Um die Kontrolle über die südkaukasische Grenzregion streiten sich die Nachbarländer Armenien und Aserbaidschan seit Jahrzehnten. Die Ursache: Bewohnt wird Bergkarabach mehrheitlich von Armeniern und Armenierinnen, völkerrechtlich gehört die Region jedoch zu Aserbaidschan.

Seit Ende September herrscht wieder Krieg in Bergkarabach. Mehr als 1 200 Menschenleben hat der Krieg seitdem gekostet, etwa 100 000 Personen mussten fliehen. Nach sechs Wochen Gefechten könnte sich die Lage in der Grenzregion jetzt beruhigen. In der Nacht zum Dienstag haben sich Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan und Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev auf eine Waffenruhe geeinigt.

Je mehr ich mich in den Friedensvertrag eingearbeitet habe, desto größer wurde meine Wut. Weil ganz klar wurde, wer den Kürzeren gezogen hat.

Anna Aridzanjan, Journalistin

Anna Aridzanjan, JournalistinFoto: Andi Weiland

Aussicht auf Frieden?

Die Vereinbarung ist nicht der erste Versuch, die Lage in Bergkarabach zu beruhigen. Drei Anläufe für einen Waffenstillstand hat es bereits gegeben. Doch diesmal soll es eine langfristige Lösung sein. Das Abkommen zwischen den beiden Ländern ist unter der Vermittlung von Russland entstanden, russische Friedenstruppen sollen die Einhaltung des Waffenstillstands überwachen. In Armenien hat es nach Bekanntwerden der Vereinbarung spontane Proteste gegeben. Die Demonstrierenden finden, dass Armenien als Verlierer aus dem Abkommen hervorgeht. 

Wir haben es also weniger mit einem Waffenstillstand zu tun – formal ist das natürlich einer –, sondern eher mit einer Kapitulation Armeniens.

Hans-Joachim Spanger, Konfliktforscher beim Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.

Hans-Joachim Spanger, Konfliktforscher beim Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.Foto: Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Wie lange wird die Waffenruhe in der umkämpften Region im Südkaukasus anhalten? Darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Tina Küchenmeister mit dem Politikwissenschaftler Hans-Joachim Spanger vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Was der Krieg in Bergkarabach mit Deutschland zu tun hat, erklärt die Journalistin Anna Aridzanjan im Interview.

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