2009 war ein schwieriges Jahr für die Landesbanken

29.12.2009

Die Finanzkrise hat Bewegung in die Bankenbranche gebracht. Besonders der Sektor des Landesbanken verändert sich gerade enorm.

Gebeutelt von der weltweiten Finanzkrise konnten staatliche Banken nur mit Milliarden-Hilfen des Bundes, der Bundesländer und Sparkassen gerettet werden. Hören Sie in einem Beitrag von Ines Neumann, warum gerade die Landesbanken von der Finanzmarktkrise so stark getroffen wurde.

Auf der nächsten Seite kommentiert detektor.fm die Veränderungen in der Branche der Landesbanken.

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Die Landesbanken im Umbruch – ein Kommentar von Hans Bielefeld.

Das Saarland beteiligt private Investoren an seiner Landesbank der Saar LB. Das verkündete der Landesfinanzminister Peter Jacoby vor Weihnachten in der Börsenzeitung. Er begründete seine Entscheidung trocken mit den Worten:

Peter Jacoby - Finanzminister im Saarland.Peter Jacoby - Finanzminister im Saarland. 

Wir sind nicht der Auffassung, dass die öffentliche Hand der bessere Banker ist.

Damit bricht Herr Jacoby ein Tabu. Bisher hat sich kein Landesfinanzminister so deutlich gegen den Staat als Banker ausgesprochen. Sicher ist: Herr Jacoby wird mit seinem Tabubruch Schule machen und 2010 zumindest zwei Nachahmer finden: Die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Die Haushalte beider Länder mussten 2009 erhebliche Verluste ihrer Landesbanken verkraften. Die Bereitschaft das auch künftig zu tun schwindet.

Aus der LBBW wird eine AG

Baden-Württemberg wandelt seine Landesbank gerade auf Druck der EU-Kommission in eine Aktiengesellschaft um und schafft so die Voraussetzung für private Investoren, sich an der Landesbank Baden-Württemberg zu beteiligen. Von dieser Möglichkeit wird das Land 2010 auch Gebrauch machen. Baden-Württemberg wird 2010 Teile seiner Landesbank an private Investoren verkaufen.

Wird die Bayern LB 2010 zur AG?

Auch in Bayern sind ähnliche Tendenzen festzustellen. Beide Besitzer der Bayerischen Landesbank, das Land und die bayerischen Sparkassen, haben 2009 erhebliche Verluste durch die Landesbank erlitten. Und zwar insbesondere durch das Engagement der Landesbank in Österreich. Damit scheint die Leidensbereitschaft beider Anteilseigner am Ende zu sein. Die Milliarden Verluste beider Besitzer waren einfach zu groß. Sie sind weder gegenüber den Wählern noch gegenüber den Kommunen, den Besitzern der Sparkassen, länger vermittelbar. Somit bleibt auch den Anteileignern der Bayern LB nichts anderes übrig als ihre Bank in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und sie anschließend zumindest teilweise an private Anteileigner zu verkaufen.

Wer kauft die Bayern LB und die LBBW?

Fraglich ist allerdings, wer die Anteile der LBBW und der Bayern LB kaufen könnte. Ausländische private Banken fallen als Interessenten aus. Sie ziehen sich gerade von dem deutschen Markt zurück. Es gilt das Prinzip: Banken sollten sich auf ihren Heimatmarkt konzentrieren. Und auch die beiden großen Privatbanken in Deutschland, Commerzbank und Deutsche Bank, kommen als Käufer der Landesbanken nicht in Frage. Die Commerzbank ist gerade zur Genüge mit der Integration der Dresdner Bank beschäftigt und auch die Deutsche Bank muss ihre beiden Einkäufe, Postbank und Sal. Oppenheim, zunächst in den Konzern eingliedern. Als potentielle Käufer kommen somit ausschließlich die Private Equity Fonds in Frage. Sie werden zunächst einen Minderheitenanteil an den beiden Landesbanken erwerben. Der Bayern LB und der LBBW anschließend ein Geschäftskonzept verpassen und einen Großteil der Mitarbeiter rausschmeißen. Und nach etwa fünf bis sieben Jahren verkaufen sie ihre Anteile dann mit einem anständigen Gewinn weiter. Eine rosige Zukunft der Landesbanken sieht anders aus.

Hören Sie hier den Kommentar von Hans Bielefeld.