Afrika-Gipfel in Washington

Obama will wirtschaftliche Beziehungen mit Afrika ausbauen

04.08.2014

Hungernde Kinder im Südsudan, Terrororganisationen wie Boko Haram und der Ebola-Virus sind Nachrichtenbilder, die oft mit Afrika in Verbindung gebracht werden. Doch es geht auch anders: Bei dem dreitägigen Afrika-Gipfel in Washington rückt die wirtschaftliche Zusammenarbeit in den Fokus. Wer wird von dem Gipfel profitieren?

Mal ein anderes Bild von Afrika: Kapstadt als wirtschaftliches Zentrum

Foto: Mark Hillary | flickr.com | CC BY 2.0

Rund fünfzig afrikanische Regierungschefs sind eingeladen, US-Präsident Barack Obama zum Afrika-Gipfel in Washington zu besuchen. Eritrea, Simbabwe, Sudan und der Zentralafrikanischen Republik  sind wegen Menschenrechtsverstößen und anderen Auseinandersetzungen nicht auf dem Gipfel erwünscht.

In die neue Generation investieren

Das ist das Motto des Afrika-Gipfels, bei dem es vor allem um Afrikas wirtschaftliches Potential gehen wird. Die nächste Generation aufstrebender Afrikaner soll unterstützt werden, an der Zukunft des Kontinents mitzuwirken. Aber auch amerikanische Handelsinteressen stehen im Mittelpunkt des Gipfels. China ist bislang viel stärker als Importeur und auch als Exporteur auf dem afrikanischen Markt vertreten. Peking veranstaltet Gipfel dieser Art schon seit 14 Jahren.

Mehr afrikanisches Selbstbewusstsein

Auch das Selbstbewusstsein vieler afrikanischer Vertreter ist größer als früher. Nicht zuletzt weil es den Amerikanern auch darum geht, Absatzmärkte für sich zu gewinnen, die die finanziell stärker werdende Mittlschicht aufmacht.

Bisher war Obamas Afrika-Politik nicht sehr prominent. Das scheint er nun ändern zu wollen. Doch es gibt nicht nur Begeisterung für den Gipfel. Kritische Stimmen werfen Obama vor, seine Afrika-Politik behandele den Kontinent als homogene Masse und beachte nicht die Unterschiede. 

Mehr Wirtschaft als Menschenrechte

Bei dem Gipfel soll es in erster Linie um wirtschaftliche Angelegenheiten gehen. Menschenrechte stehen nicht im Vordergrund. Das zeigt sich auch an den erwarteten Repräsentanten. So wird Kenias Präsident Uhuru Kenyatta anwesend sein. Er ist wegen schwerer Menschenrechtsverbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt.

Wer nun von dem Gipfel profitiert und welche Länder in Afrika wirtschaftlich am besten dastehen, weiß der Afrika-Kenner und Journalist Tillmann Elliesen. Wir haben mit ihm über die wirtschaftliche Situation in Afrika und Obamas Interessen an dem Kontinents gesprochen.

elliesen"China ist längst ganz stark dabei, da möchte die amerikanische Industrie natürlich auch mitmischen auf dem Markt."Tillmann ElliesenJournalist und Afrika-Experte