Airbus behält Rüstungssparte

Aus dem All EU-Grenzen kontrollieren

19.02.2016

Airbus ist eines der größten Rüstungsunternehmen Europas. Bis vor kurzem wollte das Unternehmen seine Rüstungselektroniksparte los werden, jetzt dann doch behalten. Verdient Airbus an der Sicherung der Festung Europa?

Airbus: Überwachungstechnik statt Grenzzäune

Die Fluchtwege nach Europa werden immer enger. Vor kurzem ist sogar ein Marineverband der NATO in das Mittelmeer entsendet worden. Er soll die dortigen Schlepperbanden bei der Arbeit stören. Die moderne Marienetechnik der NATO und die EU-Grenzschutzagentur Frontex verlassen sich natürlich auf Satelliten, die unter anderem von Airbus stammen. Auch wenn Airbus keine Drahtzäune herstellt, seine Unterabteilung „Defence and Space“ ist bei der Sicherung der Europäischen Außengrenzen beteiligt.

Der Vorteil bei Airbus ist, dass sie dort alles aus einer Hand haben. Sie haben nicht nur Satellitensysteme zur Beobachtung, sondern auch Systeme um diese breitbandigen Daten zu übertragen. – Matthias Monroy, Aktivist und Autor bei netzpolitik.org

Die Überwachung der sogenannten grünen und blauen Grenzen, also der Grenzen zu Land und zu Wasser, scheint für Airbus wieder sehr lukrativ geworden zu sein. Denn das Unternehmen will sich nun doch nicht wie geplant von seiner Grenzsicherungssparte trennen. Eine 180-Grad-Wende. Skrupel, wie sie das Berliner Unternehmen Mutanox hatte, sind bei Airbus oder anderen Rüstungsunternehmen offenbar nicht zu erwarten.

Vorverlagerte Grenzüberwachung

Währenddessen rückt die Grenzabwehr immer weiter von den eigentlichen Grenzen weg. Die Beobachtungs-Satelliten sind nicht mehr ausschließlich auf die schmalen Übergangsstreifen selbst gerichtet, sondern auch auf die Ursprungsländer.

Das nennt sich vorverlagerte Grenzüberwachung. Das findet auch teilweise mit nordafrikanischen Ländern zusammen statt. Der Versuch ist sozusagen, Migranten und Migrantinnen möglichst früh zu stoppen, bevor sie europäisches Territorium erreichen. Und es funktioniert auch jetzt schon, dass es eben abschreckt. – Matthias Monroy

Über die Entscheidung von Airbus, seine Rüstungssparte zu behalten und den Einsatz von Überwachungstechnik an den EU-Außengrenzen hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Matthias Monroy gesprochen. Er ist Aktivist und Autor bei netzpolitik.org.

Wenn man ein bisschen der Mirgrationsforschung folgt, dann wird ja eigentlich nirgendwo bezweifelt, dass man Migration nicht verhindern kann. Migration wird immer stattfinden, sie sucht sich nur andere Wege.Matthias Monroyist skeptisch, ob die Airbus-Überwachungstechnik an den EU-Grenzen sinnvoll ist. 

Redaktion: Christopher van der Meyden