Allianz kündigt Kohleausstieg an

Künftig ohne Kohle

07.05.2018

Der Versicherungskonzern Allianz hat angekündigt, sich aus dem Kohlegeschäft zurückzuziehen. Damit folgt er den Forderungen der Kampagne "Unfriend Coal". Die will den Kohleausstieg herbeiführen, indem sie der Industrie ihre Versicherungen nimmt.

Keine Versicherung, keine Kohle?

Wenn man ein Haus baut, schließt man eine Versicherung ab. Die zahlt, falls etwas schief geht. Wer ein Kohlekraftwerk betreibt, will natürlich auch eine Versicherung, schließlich kann dabei auch viel schief gehen. Umweltschützer sehen genau das kritisch. Versicherungen sollten die Menschen schützen, auch vor dem Klimawandel, und nicht das klimaschädliche Kohlegeschäft fördern, argumentiert die Kampagne „Unfriend Coal„.

Mit ihr versuchen NGOs wie Greenpeace und urgewald Druck auf Versicherungen auszuüben, damit diese sich von der Kohleindustrie abwenden. Sie fordern, dass Versicherungen keine Kohlekraftwerke oder -minen mehr versichern. Außerdem sollen sie nur noch in Projekte investieren, die mit sauberen Energieformen arbeiten.

Allianz schreitet voran

Versicherungen gehen auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Kohle um. Die Allianz war 2015 unter den ersten Versicherungen, die ihre Investition in Kohle einschränkten. Allerdings wurde die Allianz auch immer wieder kritisiert, zum Beispiel weil sie die polnische Kohleindustrie versichert.

Vergangene Woche hat die Allianz angekündigt, sich vollständig aus dem Kohlegeschäft zurückzuziehen. Sie will ihre Klimaziele am Pariser Klimaabkommen orientieren, das die Erderwämung auf unter zwei Grad begrenzen will. Konkret bedeutet das, dass die Allianz ab sofort keine Kohlekraftwerke und -minen mehr versichern will. Außerdem will sie bis 2040 ihre Investitionen in Kohle vollständig zurückziehen. Die Einnahmen, auf welche die Versicherung dabei verzichtet, sind beträchtlich.

Die Allianz sagt selbst, dass sie in etwa 50 Millionen Euro an Prämien im Kohlesektor einnimmt. […] Sie sagt aber auch, dass die Versicherungen für den erneuerbaren Energienbereich schon viel, viel mehr Geld einbringen. Das zeigt natürlich, dass sich die Welt weitergedreht hat. – Moritz Schröder von der NGO urgewald

Wie die Umweltschützer diesen Schritt der Allianz beurteilen und was das für die Kohleindustrie bedeutet, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Teresa Nehm mit Moritz Schröder gesprochen. Er arbeitet bei urgewald, einer der NGOs, die sich mit „Unfriend Coal“ dafür einsetzen, dass Versicherungen die Kohleindustrie nicht unterstützen.

Moritz Schröder, urgewald
Foto: Andreas SchoelzelDas ist kein "Greenwashing". Natürlich ist es nichtsdestotrotz gut fürs Image. Moritz Schröderarbeitet bei der NGO "urgewald" 

Redaktion: Lara Lorenz